Coronavirus: Brackeler Fußballverein betreut seine Schützlinge weiterhin - aber anders

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Das Projekt „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ bei SF Brackel 61 geht auch in Zeiten der Corona-Krise weiter - aber mit anderen Mitteln als bisher.

Brackel

, 27.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Schulbesuch, kein Training und auch kein Spielbetrieb bis (mindestens) zum 19. April. Das gilt auch für die Sportfreunde Brackel 61. Aber was ist mit dem Projekt „Anpfiff zur Vielfalt und Integration“ des Vereins? Dieses Projekt will mit vielen Hilfestellungen einen Beitrag dazu leisten, den Weg von Kindern und jungen Erwachsenen sowie anderen bedürftigen Menschen zu erleichtern. Hausaufgabenhilfen und Sprachkurse gehören dazu. Es richtet sich ausdrücklich nicht nur an Flüchtlinge. Wir sprachen mit Projektentwickler Hans Walter von Oppenkowski.

Hallo, Herr von Oppenkowski, sehen sie ihre Projektarbeit gefährdet?

Ich sehe in jeder Krise – auch wenn ich sehr großen Respekt davor habe – auch neue Herausforderungen, Aufgaben und Chancen. Gerade bei der Projektarbeit müssen wir uns doch vor Augen führen, dass die Bedürftigkeit in einer solchen Krise eher steigt als sinkt. Wir, das sind konkret Bobo Barry, Justin Springer und ich, arbeiten mit Hochdruck an einer digitalen Lösung. Das geschieht, wie alles andere in unserer Projektarbeit bei Brackel 61, im Rahmen unseres ehrenamtlichen Engagements. Wir müssen uns auch erst mal schlau machen, wie es uns am besten gelingen kann, mit unseren Mitteln und Möglichkeiten zwei bisherige „Projektwohnungen“ in unserem „Projekthaus“, wie wir Anpfiff zur Vielfalt und Integration gerne nennen, in virtuelle Wohnungen umbauen zu können.

Um welche Wohnungen handelt es sich?

Um die „Wohnungen“ des Projektes „Schulergänzungsunterricht“ sowie die zweite Auflage der „Berufsorientierung“. In diesen Wohnungen sehen wir aktuell den höchsten Bedarf an fortlaufender Unterstützung. Den unterstützungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen wollen wir unbedingt den ohnehin schon schwierigen Weg in ihrer Zukunftsgestaltung weiter ebnen. Die anderen „Wohnungen“ sind dann zeitweilig nicht bezogen. In diesem Zusammenhang muss ich leider auch vermelden, dass das erste Jahr der „Berufsorientierung“ - unser Pilotjahr - wegen der Corona-Krise noch nicht vollständig zum Abschluss kommen konnte. Die letzte Phase der Probebewerbung ist noch nicht komplett abgeschlossen. Es reichte aber, um an den entsprechenden Stellschrauben die notwendigen Justierungen vorzunehmen und jetzt ein zweites Jahr zu starten.

Wie wollen Sie das ehrenamtlich alles stemmen?

Wir sind drei unterschiedliche Akteure: Bobo Barry kommt aus Guinea und hat uns schon im Pilotjahr der „Berufsorientierung“ als Office-Trainer zur Verfügung gestanden und wird diesen Block jetzt in eine digitale Form gießen. Eine große Herausforderung für ihn ist seine Schichtarbeit, sich daraus ergebende andere Schlafzeiten sowie die Anforderungen einer fünfköpfigen Familie mit den gegenwärtigen Herausforderungen unter einen Hut zu bringen.
Justin Springer ist Dualstudent und muss ebenfalls seine Herausforderungen als Student, seine Jobs, die er ausübt, um seinen Lebensunterhalt sowie die Miete und so weiter finanzieren zu können, und die neuen Anforderungen, die jetzt entstanden sind, in Übereinstimmung bringen.

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Zum guten Schluss muss ich bereit sein, auch als 72-Jähriger noch neue Wege zu beschreiten, um mich mit der gesamten Materie vertraut zu machen. Es sind für mich komplett neue Themenfelder. Auch wenn ich schon an mehreren Web-Seminaren teilgenommen habe, so habe ich zwar von den Inhalten meinen Nutzen gezogen, habe aber damit keinerlei Erfahrung mit der digitalen Organisation. Doch das gilt auch für die beiden Vorgenannten.

Es ist unser erklärtes Ziel, uns diesen Herausforderungen zu stellen, denn neue Situationen brauchen auch neue Antworten. Jeder von uns sitzt zu Hause und arbeitet intensiv an Lösungen im Interesse der Bedürftigen.
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