Kein Hochzeitsfest, keine Geburtstagsparty: Dortmunder DJ ist von jetzt auf gleich arbeitslos

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Den Dortmunder Discjockey Lars Habeck trifft die Corona-Krise wie viele Selbstständige besonders hart. Mehr als um sich selbst sorgt er sich aber um einige seiner Kollegen.

Jungferntal-Rahm

, 20.03.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Musik, Party, gute Laune, Tanzen bis zum Abwinken: So sieht seit über 20 Jahren der berufliche Alltag von DJ und Moderator Lars Habeck aus Dortmund-Rahm aus.

Seinen letzten Gig hatte der 44-Jährige am 7. März. 2020. Eine Party im Brauhaus in Marten. Seitdem ist es ungewohnt still geworden im Leben des Stimmungs-Machers – und so schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern.

„Alle Aufträge für April und Mai sind wegen des Coronavirus bereits storniert“, erzählt Lars Habeck im Telefoninterview. Er sitzt gerade auf seinem Balkon und freut sich, dass in diesen trüben Zeiten wenigstens die Sonne scheint.

Keine Hochzeitsfeiern, keine Geburtstagspartys, keine Gartenfeste: Auf unabsehbare Zeit wird der hauptberufliche Discjockey nicht einen Cent verdient. Von 100 auf 0 innerhalb weniger Tage. Die Coronakrise hat mit voller Wucht zugeschlagen.

„Jetzt muss mich meine Frau jetzt durchfüttern“

„Einige meiner Kollegen haben schon Hartz IV beantragt“, erzählt Habeck. Um sie mache er sich große Sorgen: „Viele sind Singles und haben keine Rücklagen.“ Nach den typischen Flaute-Monaten November, Dezember, Januar und Februar seien DJs darauf angewiesen, dass „jetzt wieder der Rubel rollt“.

Er persönlich sei in der glücklichen Lage, verheiratet zu sein. „Jetzt muss mich meine Frau durchfüttern“, sagt er scherzhaft. Allerdings sei auch sie von Kurzarbeit bedroht. „Statt 200 Prozent Gehalt werden wir zukünftig nur noch 60 Prozent haben.“ Sein Gewerbe habe er bereits abgemeldet. „Das spart einige Kosten. Jetzt bin ich bei der Krankenkasse familienversichert, das ist günstiger.“

Garten- und Sommerfeste waren eine sichere Einnahmequelle für den Rahmer DJ und Moderator. Damit ist es vorerst vorbei.

Garten- und Sommerfeste waren eine sichere Einnahmequelle für den Rahmer DJ und Moderator. Damit ist es vorerst vorbei. © Privat

Ansprüche und Fixkosten zurückschrauben, früher als geplant auf Rücklagen zurückgreifen – so will das Ehepaar Habeck versuchen, die Krise zu überstehen. Einen Kredit über die KfW-Corona-Hilfe aufzunehmen, davon hält Habeck nichts. „Irgendwann muss ich das Geld ja doch zurückzahlen.“

Auftragsbücher für Juni bis September sind voll

Lars Habeck glaubt nicht daran, dass er in einigen Wochen wieder auflegen kann. Auch wenn seine Auftragsbücher für Juni, Juli, August und September voll sind. An jedem Wochenende könnte er zwei- bis dreimal auftreten.

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Der Dortmunder stellt sich auf ein langes Berufsverbot ein: „Wenn nach Ostern alles wieder gelockert wird, waren die bisherigen Maßnahmen eine Lüge. Die Begründung für die Einschränkungen gilt meines Erachtens für das ganze Jahr.“

Arbeitslos melden kommt für DJ Lars nicht in Frage

Beruflich neu aufstellen will sich Lars Habeck vorerst nicht, arbeitslos melden auch nicht. „Man hat ja auch einen gewissen Stolz.“ Auch seinen Frohsinn will er sich nicht nehmen lassen. „Irgendwann ist die Krise überstanden. Und dann stehen meine Kollegen und ich wieder bereit.“

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