Corona-Quarantäne: Familie wartet seit fast zwei Wochen auf einen Anruf vom Gesundheitsamt

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Am 9. November wurde ein Familienvater auf Corona getestet. Seitdem wartet die Familie in häuslicher Quarantäne auf Infos des Gesundheitsamtes und fühlt sich mit ihren Fragen alleingelassen.

Menglinghausen

, 21.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit knapp zwei Wochen wartet die Dortmunderin Christa T. (Name von der Redaktion geändert) auf einen Anruf des Gesundheitsamtes. Denn seitdem befindet sie sich in Quarantäne, nachdem ihr Mann positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Am 9. November (Montag) hatte der Hausarzt den Familienvater mit leichten Grippesymptomen auf Covid-19 getestet. Christa T. und ihre beiden 21-jährigen Töchter haben sich seitdem nicht mehr aus dem Haus im Süden der Stadt bewegt.

„Wenn uns der Hausarzt nicht am nächsten Tag über das Testergebnis informiert hätte, wüssten wir gar nichts“, sagt Christa T. Der zur Verfügung gestellte Code zeige dauerhaft „Kein Ergebnis“.

Dem Dortmunder Gesundheitsamt wurde der Infektionsfall am 10. November gemeldet. Gehört haben die Betroffenen noch immer nichts – Stand 19. November, 17 Uhr.

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Langsam werden alle Familienmitglieder ungeduldig. „Wir versuchen jetzt herauszufinden, wann wir wieder raus können.“ Am Dienstag (24.11.) sind 15 Tage seit dem Test vergangen. Spätestens dann möchte die Angestellte wieder arbeiten gehen.

Wann genau endet die Quarantäne?

Darf sie dann wieder unter Leute? Oder muss die Familie auf Grünes Licht des Gesundheitsamts warten? Ab wann zählt die 14-tägige Quarantänezeit überhaupt: ab dem Ausbruch der Symptome, sei dem Test oder seit Vorliegen des Ergebnisses?

Diese Fragen hat Christa T., die wie viele im Zusammenhang mit Corona nicht ihren Namen veröffentlicht sehen möchte, bislang niemand beantwortet. Auch ein Anruf beim Gesundheitsamt habe nichts gebracht. „Dort hat man mir nur gesagt, ich soll Geduld haben.“ E-Mails an die Corona-Hotline der Stadt und an das Gesundheitsamt seien nicht beantwortet worden.

Soldaten der Bundeswehr helfen dem Dortmunder Gesundheitsamt bei der Verfolgung der Kontakte.

Soldaten der Bundeswehr helfen dem Dortmunder Gesundheitsamt bei der Verfolgung der Kontakte. © dpa

Der Grund für diese Geduldsprobe bei den Betroffenen liege in der Überlastung des Gesundheitsamts, teilt Katrin Pinetzki, Pressesprecherin der Stadt Dortmund auf Anfrage mit.

„Aktuell hat sich die Lage allerdings etwas gebessert; inzwischen gelingt es wieder, die Menschen schneller, binnen weniger Tage zu kontaktieren. In den vergangenen Wochen haben die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt viele neue Kollegen in der Kontaktpersonenverfolgung angelernt; in dieser Übergangszeit ist eine gewisse Fehlerquote sicherlich nicht vermeidbar.“

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In jedem Fall hat es die Familie T. bald überstanden. Auf eine Freigabe durch das Gesundheitsamt muss sie nicht warten, um wieder das Haus verlassen zu dürfen. Katrin Pinetzki: „Die 14-tägige Quarantäne gilt ab dem Tag der Testung. Nur wenn die Person ganz klar den Zeitpunkt des Krankheitsbeginns benennen kann, gilt sie ab dem Tag des Krankheitsbeginns – das ist aber selten der Fall.“

Die Quarantänebescheinigungen, die der positiv getesteten Person und allen Haushaltsmitgliedern vom Gesundheitsamt normalerweise zugesendet werden, enthielten das genaue Datum des Quarantäne-Endes.

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