Coronavirus: Dortmunder Seniorenheime machen Eingangskontrolle bei Besuchern

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Krankenhäuser und Seniorenheime in Dortmund reagieren mit Einschränkungen für Besucher auf das Coronavirus. Bei einigen Altenheimen ist für bestimmte Besucher bereits am Eingang Schluss.

Dortmund

, 06.03.2020, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Krankenhäuser haben die Besuchszeiten eingeschränkt für alle Fälle, bei denen Besucher Schutzkleidung tragen müssen. Das erklärte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, am Donnerstag (5. März) bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Diese Maßnahme diene dazu, die Materialbestände wie Desinfektionsmittel und Atemwegsmasken zu schonen.

So heißt es zum Beispiel auf der Homepage des Klinikums Dortmund: „Wenn Sie jemanden besuchen möchten, der eine hochansteckende Krankheit hat: Wir minimieren die Besucherzahl derzeit auf ein Minimum. Nur engste Angehörige sind erwünscht.“ Ansonsten appellieren die Krankenhäuser an die Besucher, unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

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Mundschutz ist Pflicht

Auch manche private Seniorenheime schränken Besuchszeiten ein. Wie auf der Homepage der vier Comunita-Seniorenhäuser in Dortmund nachzulesen ist, wird Besuchern am Eingang die Körpertemperatur gemessen. Bei über 37,5 Grad ist der Zutritt verboten.

Das Tragen eines Mundschutzes während des Besuchs und Händedesinfektion sind Pflicht. Die Besuche sind auf eine Person pro Bewohner und maximal eine Stunde während der Bürozeiten beschränkt.

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Soweit gehen die städtischen Seniorenheime sowie die Heime der Caritas und der Diakonie nicht. Dort wurden die Besuchszeiten bislang nicht angetastet. Man habe das Coronavirus täglich auf dem Schirm, heißt es bei den kirchlichen Trägern, Besucher und Mitarbeiter würden für Desinfektionsmaßnahmen sensibilisiert. Bei der Caritas gab es am Mittwoch (4.3.) eine Fortbildung für die Einrichtungsleitungen.

Städtische Seniorenheime haben Pandemieteams

Der Geschäftsführer der städtischen Seniorenheime, Martin Kaiser, geht ebenfalls pragmatisch vor: Außenkontakte minimieren, Besucher und Mitarbeiter für Desinfektionsmaßnahmen besonders sensibilisieren. Es gelte, im übertragenen Sinn einen Schutzzaun um die Einrichtungen zu ziehen.

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Da das Virus nur von außen kommen könne, gebe es Desinfektionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen am Eingang. Doch um die Heimbewohner nicht zu verunsichern, „soll der Pflegealltag solange so gewohnt wie möglich gehalten werden“, so Kaiser. Dennoch hat er eine Pandemiegruppe gegründet und einen dreistufigen Eskalationsplan in der Schublade.

Für jedes der acht städtischen Seniorenheime wurde ein eigenes Pandemieteam gebildet mit kurzen Kommunikationswegen untereinander und zum Gesundheitsamt. Man bevorrate sich für zwei Wochen mit Pflegeartikeln und sichere auch die Versorgung in der Küche ab, erläutert Kaiser. Die wohnbereichsübergreifenden Veranstaltungen fahre man zurück. Der Geschäftsführer unterstreicht, in Zeiten von Norovirus und multiresistentem MRSA-Keim sei Pflege auch krisenerfahren.

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