Bestimmte Einzelhändler in Dortmund dürfen ab sofort sogar an Sonntagen öffnen

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Die anhaltende Ungewissheit im Dortmunder Einzelhandel schein vorerst ein Ende zu haben - doch am späten Dienstagabend änderte sich die Lage nochmal dramatisch.

Dortmund

, 17.03.2020, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

UPDATE Dienstag, 22 Uhr: Am späten Dienstagabend hat die NRW-Landesregierung per Twitter mitgeteilt, dass der Einzelhandel ab Mittwoch nun doch schließen soll. Ausgenommen sind lediglich Geschäfte zur Deckung wichtiger Bedarfe wie der Lebensmittelhandel oder Apotheken. Damit hat sich der erst am Nachmittag herausgegebene Erlass, laut dem Einzelhandelsgeschäfte unter Auflagen öffnen dürfen, kurzfristig weiter verschärft.

Ursprungstext, Stand Dienstag, 17.3., 20 Uhr:

Das Unternehmen Betten Hutt ist eine feste Institution am Dortmunder Westenhellweg. Zeiten wie diese, sind aber auch für Inhaber Heiko Hutt und sein Team Neuland: „Es scheint so, als habe aktuell niemand den Mut, klare Anweisungen zu geben. Ich weiß nicht einmal, ob ich morgen noch aufmachen darf oder nicht. Ich muss letztlich auch an meine Mitarbeiter denken.“

Das war der Stand der Dinge am Dienstagmittag (17. März). Wenige Stunden später gibt es zumindest ein Stück Klarheit: Alle Geschäfte des Dortmunder Einzelhandels dürfen vorerst geöffnet bleiben.

Ursprüngliche Anweisung scheint hinfällig

Auf dem Westenhellweg haben allerdings bereits zahlreiche Geschäfte geschlossen. Ursprünglich hieß es, dass nur noch die Geschäfte öffnen dürfen, deren Waren für den alltäglichen Bedarf benötigt werden. Diese Anweisungen scheinen erst einmal hinfällig. „Der komplette Einzelhandel darf seinen Betrieb zunächst aufrechterhalten. Außerdem dürfen bestimmte Geschäfte auch an Sonn- und Feiertagen öffnen“, betont Markus Kaluza vom Handelsverband Nordrhein-Westfalen.

Laut Erlass der NRW-Landesregierung betrifft dies Geschäfte für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Apotheken sowie Geschäfte des Großhandels. Diese können bis auf Weiteres auch an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr öffnen. Ausnahmen sind Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag.

„Allerdings müssen diese Unternehmen an diesen Tagen nicht aufmachen. Die Entscheidung bleibt ihnen letztlich selbst überlassen“, verdeutlicht Kaluza.

Alle Geschäfte des Einzelhandels dürfen öffnen

Dirk Rutenhofer, Vorsitzender des Dortmunder Cityrings, betont: „Die Situation kann sich natürlich beinahe stündlich ändern. Aber aktuell dürfen weiterhin alle Unternehmen des Einzelhandels ihren Betrieb fortführen.“

Diese Vorgabe betrifft auch Matthias Hilgering, der mit seinem Weinhaus in der Innenstadt bereits neue Wege geht, um seine Kundschaft zu erreichen. „Wir sind ohnehin davon ausgegangen, dass wir unser Geschäft öffnen dürfen“, sagt Hilgering.

Den Unternehmen bleibt häufig nur das Abwarten

Dennoch habe man den Lieferservice ausgebaut. Man beliefere die Kunden innerhalb Dortmunds nun schon ab einem Einkauf von sechs Flaschen. „Nur auf diese Weise können wir unser Geschäft aktuell aufrechterhalten.“

Heiko Hutt bekommt mit seinem Unternehmen unterdessen vermehrt Lieferschwierigkeiten. „Einige meiner Zulieferer fragen mich, ob sie mir überhaupt Ware schicken können“, verdeutlicht Hutt. Vorläufig darf der Dortmunder seinen Betrieb jetzt aber erst einmal weiterhin öffnen.

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