Große Solidarität und Bringdienst: Dortmunder Tafel kann alle Kunden versorgen

mlzLebensmittel für Bedürftige

Die Dortmunder Tafel spürte früh die Auswirkungen des Coronavirus. Doch die Solidarität der Dortmunder ist groß. Die Tafel kann das Angebot für Bedürftige deshalb wieder hochfahren.

Dortmund

, 29.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit einigen Wochen muss die Dortmunder Tafel mit den Folgen der Verbreitung des Coronavirus umgehen. Anfang März waren in den Ausgabestellen von Lebensmitteln für Menschen mit geringem Einkommen erste Engpässe zu beobachten. Mitte des Monats schloss die Tafel sechs der acht Filialen in Dortmund.

„Wir haben schnell und rechtzeitig reagiert“, sagt Horst Röhr, Vorsitzender des Dortmunder Tafel e.V. In den Nordstadt-Filialen an der Straße Osterlandwehr und an der Haydnstraße gab es durchgehend elf Einkaufsschichten.

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Jetzt geht der Blick wieder mit Zuversicht in die Zukunft. „Wir können theoretisch alle 42.000 Kunden mit Lebensmitteln versorgen“, sagt Horst Röhr.

Tafel-Filiale in Scharnhorst ist ab dem 2. April wieder geöffnet

Das hat zwei Gründe. Der erste: Die Tafel-Filiale in Scharnhorst an der Anschrift Droote 62a, kann ab dem 2. April (Donnerstag) ihren Betrieb donnerstags wieder aufnehmen. Der Verkauf für die Kunden an diesem Tag läuft von 13.55 bis 15.55 Uhr. In Scharnhorst könnte es in Kürze auch wieder einen zweiten Verkaufstag (Montag) geben.

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In Scharnhorst sind die räumlichen Voraussetzungen gegeben, den Verkauf auch unter den besonderen Hygiene-Vorschriften durchzuführen. So gibt es unter anderem einen separaten Ein- und Ausgang. An den anderen Standorten in Hörde, Huckarde, Dorstfeld, Körne und Wickede ist das nicht der Fall.

Ein weiterer Grund für die Schließung mehrerer Filialen war auch die Fürsorgepflicht gegenüber den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Viele von ihnen gehören durch Alter und Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Rund die Hälfte der Mitarbeitenden hatte darum gebeten, wegen der eigenen Gefährdung auszusetzen.

Mehr als 30 neue Ehrenamtliche haben sich für die Arbeit bei der Dortmunder Tafel gemeldet

Doch die Krise hat viele Menschen motiviert, ihre Hilfe anzubieten. Horst Röhr spricht von mehr als 30 Ehrenamtlichen, die sich in den vergangenen zwei Wochen gemeldet hätten und die nun nach und nach ins Team integriert werden. „Darunter sind viele jüngere Menschen, Studenten oder Personal aus Firmen. Sie alle halten jetzt unsere Arbeit am Laufen“, sagt Röhr.

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Tafel-Kunden, die an anderen Filialen angemeldet sind, können in Scharnhorst einkaufen, wenn sie in der Lage sind, den Weg dorthin auf sich zu nehmen.

„Wir bekommen in ausreichender Zahl Lebensmittel. Große Märkte wie Rewe oder Lidl haben große Mengen gespendet, aber auch Privatleute zeigen große Solidarität“, sagt Horst Röhr. Man müsse aktuell sogar Lagerkapazitäten erweitern.

Dortmunder Schausteller helfen mit, einen Bringdienst zu organisieren

Wem der Weg in die Filiale im Dortmunder Osten nicht möglich ist, dem bringt die Dortmunder Tafel künftig die Lebensmittel nach Hause. Möglich macht das eine Zusammenarbeit mit dem Schaustellerverein Rote Erde sowie dem Verein „Bewusst wie“.

Die Idee hat sich laut Horst Röhr auf Vermittlung von Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal entwickelt, der auch Mitglied im Beirat der Dortmunder Tafel ist.

Der Verein „Bewusst wie“, ein Netzwerk von 200 Dortmunder Unternehmen, hat in den Stadtbezirken Hörde und Aplerbeck einen Bringdienst mit Lastenfahrrädern organisiert.

Bringdienst-Angebot könnte noch ausgebaut werden

In noch größerem Ausmaß helfen die Dortmunder Schausteller mit ihrem Einsatz und ihren Fahrzeugen. Die ersten 50 Kunden sind in dieser Woche bereits beliefert worden. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden.

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Horst Röhr sagt: „Diese Hilfe durch die Schausteller ist ist nicht selbstverständlich und ein bemerkenswertes Zeichen.“ Für die Schausteller ist die aktuelle Krise gerade ebenfalls ein großer Einschnitt. Nun nutzen sie ihre vorübergehenden Kapazitäten, um zu helfen.

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