Hauptbahnhof, ÖPNV, Thier-Galerie und Co. – Menschenmassen-Orte haben Konzepte gegen Coronavirus

mlzCoronavirus

In Dortmund sollen alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abgesagt werden - aber was bedeutet das Coronavirus für Einrichtungen und Plätze, an denen täglich Tausende zusammenkommen?

Dortmund

, 12.03.2020, 07:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Revierderby wird zum Geisterspiel, Konzerte und Messen werden abgesagt oder verschoben - die Coronavirus-Gefahr macht Veranstaltern von Events mit mehr als 1000 Besuchern einen Strich durch die Rechnung. Aber beispielsweise auch am Hauptbahnhof, in der Thier-Galerie, an den Hochschulen oder im öffentlichen Nahverkehr treffen täglich tausende Menschen aufeinander. Beste Voraussetzungen für eine Ausbreitung des Virus also. Wie gehen diese Menschenmassen-Orte mit der Virus-Gefahr um?

Das Rektorat der FH Dortmund hat als erste Schritte unter anderem beschlossen, alle öffentlichen Veranstaltungen ab kommenden Montag (16.3.) auf unbestimmte Zeit abzusagen, erklärt Sprecherin Heike Mertins.

Thier-Galerie will Besucher nicht zusätzlich anlocken

Für die Mensen der FH und der TU Dortmund würden bisher jedoch keine Einschränkungen gelten - trotz hoher Besucherzahlen.

Beide Hochschulen weisen darauf hin, dass Mitarbeiter und Studierende, die Kontakt zu Infizierten hatten oder aus Risikogebieten zurückgekehrt sind, den jeweiligen Campus 14 Tage nicht betreten sollen. Der generelle Betrieb der TU sei bisher nicht vom Virus betroffen, berichtet die Uni auf ihrer Internetseite.

Jetzt lesen

Die Thier-Galerie werde laut Center-Manager Markus Haas derweil auf besondere Veranstaltungen wie beispielsweise Autogrammstunden verzichten: „Wir wollen die Leute derzeit nicht noch zusätzlich in die Thier-Galerie locken.“ Außerdem stelle man durchaus fest, dass weniger Menschen unterwegs seien. „Es scheint so, als würden vor allem ältere Menschen im Moment versuchen, unnötige Wege zu vermeiden. Das spüren wir natürlich auch“, so Haas.

Kirchen greifen auf bewährte Vorsichtsmaßnahmen zurück

Unterdessen reagieren auch die Dortmunder Kirchen auf die anhaltende Verbreitung des Coronavirus. Man sage nicht alle Gottesdienste ab, treffe aber praktische Vorsichtsmaßnahmen, unterstreicht Thomas Renneke von der Katholischen Stadtkirche Dortmund: „Es wird keine Mundkommunion geben und beim Friedensgruß achten wir darauf, dass auf das Händeschütteln verzichtet wird.“

„Kontaktflächen in Bussen und Bahnen werden besonders gereinigt“

Wenn es um Orte geht, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, geht kein Weg am öffentlichen Nahverkehr vorbei. Auch die DSW21 hat deshalb Vorkehrungen getroffen.

„Alle Busse und Bahnen werden natürlich täglich gereinigt, Kontaktflächen wie Haltestangen oder Tasten besonders gründlich“ unterstreicht Sprecherin Britta Heydenbluth. Andere Auswirkungen auf den ÖPNV gebe es derzeit nicht. Falls nötig, so Heydenbluth, werde man weitere Maßnahmen ergreifen.

Bei der Deutschen Bahn und auch am Dortmunder Hauptbahnhof führt das Coronavirus mittlerweile zu Einbußen bei der Auslastung der Züge, erklärt ein Bahnsprecher auf Nachfrage. „Das Wachstum im Fernverkehr zu Jahresbeginn wird so vorübergehend eingebremst. Wie sehr, können wir derzeit aber noch nicht sagen.“

Zunehmende Einbußen im Reiseverkehr

Anderer Ort - vergleichbare Probleme: Was die Reiseaktivitäten betrifft, beobachtet man am Dortmunder Flughafen ähnliche Entwicklungen wie bei der Deutschen Bahn:

„Obwohl es keine regelmäßigen Flüge in die betroffenen Regionen gibt, ist auch bei uns die Zahl der Geschäftsreisenden gesunken. Insgesamt sind die Menschen wegen der derzeitigen Situation sehr zurückhaltend“, erklärt Sprecherin Davina Ungruhe. Aus diesem Grund rechne man für das erste Halbjahr 2020 mit einem Passagierrückgang.

Jetzt lesen

Auch im Eissportzentrum Westfalen treffen normalerweise zahlreiche Menschen aufeinander. Hier gibt es derweil keine Einschränkungen durch das Virus, erklärte ein Mitarbeiter gegenüber unserer Redaktion. Die derzeit geringen Besucherzahlen seien vielmehr auf das baldige Ende der Hauptsaison zurückzuführen.

Lesen Sie jetzt