Coronavirus könnte für Müllabfuhr zum Problem werden

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Mit dem Auftreten des Coronavirus geraten plötzlich Selbstverständlichkeiten in den Blick. Zum Beispiel die Frage, was geschehen würde, wenn Mitarbeiter der Müllentsorgung erkranken würden.

Dortmund

, 03.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt Dinge, über die wird selten nachgedacht, weil sie funktionieren und sich alle an deren Funktionalität gewöhnt haben. Die Müllabfuhr zum Beispiel: Die Tonnen werden rausgestellt, entleert und dann wieder reingeholt.

Das Coronavirus macht es nun notwendig, dass auch solche vermeintlichen Selbstverständlichkeiten überprüft werden und sich die EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) fragen muss, was eigentlich passiert, wenn einer oder mehrere Mitarbeiter am Coronavirus erkranken - oder auch nur als Verdachtsfall gelten.

Fragen, was bei einem Verdachtsfall passieren würde

Petra Hartmann ist EDG-Sprecherin. Sie sagt, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement der EDG die eigenen Mitarbeiter sehr ausführlich informiere.

Die wenigen Mitarbeiter, die engen Kontakt zu Kunden haben, seien mit Handdesinfektionsmitteln ausgestattet worden. Und wenn ein Verdachtsfall auftritt?

Dann, so Hartmann, müsse das Unternehmen den behördlichen Anordnungen natürlich folgen und „im schlechtesten Fall einen Betriebshof komplett schließen“. Was zunächst aber nicht heiße, dass der Müll in Dortmund für zwei Wochen nicht mehr abgeholt werde.

Zwei EDG-Betriebshöfe gibt es in der Stadt

Die EDG hat zwei Betriebshöfe, einer liegt im Norden, der andere in Körne. „Kompensationsmaßnahmen“ ist ein Wort, das Hartmann, angesprochen auf das Virus, häufiger nutzt. Sollte ein Betriebshof geschlossen werden, müsse das durch den anderen kompensiert werden.

Für die Restmüll- und Biomülltonnen in Dortmund sind rund 300 Müllwerker zuständig, die Papiertonnen werden von einer Tochterfirma der EDG geleert, die gelben Tonnen von einem anderen Anbieter. Sollte jetzt ein größerer Teil der Müllmänner ausfallen, weil sie vorsichtshalber in Quarantäne geschickt wurden, habe die EDG zunächst zwei Mitarbeiterpools, um diesen Ausfall auszugleichen.

Straßenreinigung würde leiden

Zunächst würden die rund 250 Mitarbeiter, die bei der EDG für die Straßenreinigung arbeiten, bei der Müllabfuhr eingesetzt. „In diesem Fall“, sagt Hartmann, „würde keine Standard-Straßenreinigung mehr stattfinden, es würde nur noch das Allernotwendigste gemacht.“

Sollte das nicht reichen, können auch noch die Mitarbeiter der Tochterfirma, die sich um die Papiertonnen kümmern, in der Rest- und Biomüllentsorgung eingesetzt werden. Es gibt also mehrere Kompensationsmöglichkeiten, auf die die EDG zurückgreifen kann.

Die aber letztlich alle darauf setzen, dass einer der beiden Betriebshöfe offen bleibt. Insgesamt holten die Müllwerker im Schnitt 2019 wöchentlich 22.340 Kubikmeter Restmüll aus den Dortmunder Tonnen. Eine Menge, die sich - würde man sie auf dem Signal-Iduna-Park-Rasen legen - 3,13 Meter hoch stapelte.

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