Kein Kinderlachen im Hansemannpark: Mengeder Ferienspaß fällt aus

mlzFerienspaß 2020

Die fehlende Infrastruktur im Hansemannpark macht den Veranstaltern seit des Mengeder Ferienspaßes seit Jahren Schwierigkeiten. Doch die Veranstaltung fällt aus einem anderen Grund aus.

Mengede, Oestrich

, 18.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt 48 Mal hat die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Mengeder Ferienspaß“ bereits Kinder in den Sommerferien mit Spielen und Aktionen unterhalten. Die 49. Auflage (20.-29.7.) stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Der Grund: Die fehlende Infrastruktur am Veranstaltungsort, dem Hansemannpark in Oestrich, machte es der AG immer schwerer, alles Notwendige auf die Beine zu stellen. Im vergangenen Jahr verzichtete sie deshalb sogar erstmals auf eine warme Küche.

Im Januar folgte dann eine gute Nachricht. Die Stadt sagte zu, die Stromversorgung im Park zu verbessern. Doch im Zusammenhang damit kam eine Hiobsbotschaft: Die RAG Montan Immobilien untersagt in diesem Jahr aufgrund problematischer Bodenverhältnisse das Verlegen von Ab- und Frischwasserleitungen.

Abstand halten wäre nicht möglich

Die Veranstalter fürchteten bereits damals die Absage des Ferienprogramms. Letztlich ist es jedoch nicht die Wasserversorgung, die den 49. Mengeder Ferienspaß unmöglich macht. „Aufgrund des Coronavirus wird es keinen Ferienspaß geben“, sagt AG-Schriftführerin Elke Kock. „Das macht uns natürlich sehr traurig.“

Das Hauptproblem sei, dass der Mengeder Ferienspaß überwiegend mit Gruppen-Spielzeugen wie Hüpfburgen gestaltet werde. Hier Abstand zu halten oder beispielsweise die Zahl der gleichzeitig hüpfenden Kinder zu reduzieren, sei kaum möglich.

„Masken sind keine Option, dann haben wir einen Kreislauf-Kollaps nach dem nächsten“, sagt Elke Kock. „Und der Ferienspaß lebt einfach davon, etwas in der Gruppe zu machen.“ Zudem sei eine regelmäßige Desinfektion aller Spielzeuge zeitintensiv und teuer.

Das Wasser-Problem im Hansemannpark sei wegen der Absage vorerst in den Hintergrund geraten. Die AG wird es aber wieder angehen, sobald klar ist, wie es im nächsten Jahr aussieht. „Da würden wir natürlich gerne wieder starten“, sagt Elke Kock. „Aber man kann immer nur soweit gucken, wie die Infos reichen.“

Spielzaun als Trost für die Kinder

Der Verein könne sich trotz fehlender Einnahmen mit seinem Finanzpolster über Wasser halten. „Mehr Sorgen mache ich mir darum, dass wir bei all den ehrenamtlichen Helfern in Vergessenheit geraten und nächstes Jahr alleine da stehen“, sagt Elke Kock.

Die Kinder lässt die AG in dieser Zeit aber nicht alleine. Sie hat gemeinsam mit anderen Jugendeinrichtungen einen Spielzaun an der Westerfilder Straße 37 installiert. Seit den Osterferien werden dort immer wieder gut gefüllte Tüten mit Spielzeug-Spenden aufgehängt – bis Sonntag (17.5.) waren es insgesamt 250.

„Das werden wir auch weiter so machen“, sagt Elke Kock. „Wir bekommen zum Glück immer wieder Spenden, wenn die Leute die Kinderzimmer aussortieren, weil sie gerade die Zeit dazu haben.“

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