Corona-Krise: Mengeder Wochenmarkt-Händler erleben mehr Nachfrage – aber mit Abstand

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Während viele Geschäfte schließen müssen, haben etwa die Optiker geöffnet. Und mitten im Ortskern ist Wochenmarkt. Ein Stimmungsbild aus dem Mengeder Geschäftszentrum am Mittwochvormittag.

Mengede

, 18.03.2020, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Boutiquen, das Schuhaus, der Schreibwaren- und der Geschenkartikelladen: geschlossen. Mittwochvormittag (18.3.) in Mengede. Das Leben im Geschäftszentrum des Stadtbezirks ist keineswegs zum Erliegen gekommen. Aber es wirkt ruhiger.

Mittendrin der Wochenmarkt. „Ich freue mich über den Gemüsehändler, dass er da ist“, sagt Christel Porsche. Einkäufe in den Supermärkten hat sie vermieden, aber der Bummel über den Markt muss mittwochs sein.

Markthändler erleben größere Nachfrage

„Es ist auf jeden Fall mehr los“, erklären die Verkäuferinnen am Geflügelstand. „Seit Samstag hat das zugenommen, aber die Menschen halten alle Abstand.“ Und auch auf dem Markt gebe es Hamsterkäufe.

Obwohl es leer aussieht, registrieren die Händler mehr Kunden. Sie kommen vereinzelt und halten Abstand.

Obwohl es leer aussieht, registrieren die Händler mehr Kunden. Sie kommen vereinzelt und halten Abstand. © Uwe von Schirp

Gemüsehändler Frank Lauterbach bestätigt das. „Es kommen mehr Leute, weil sie in Geschäften nicht alles kriegen“, sagt er. Und: „Vielleicht kommen die Leute ja auch, weil wir die Sachen einpacken und nicht jeder auf das Gemüse fasst.“

Mechthild Bischewski steht vor der frischen Auslage. „Auch die kleinen Betriebe müssen unterstützt werden.“ Darum ist es ihr wichtig, auf den Markt zu gehen. „Ich finde die Buchhandlung gut, die bringen Bücher nach Hause.“

Buchhandlung geschlossen – liefert stattdessen aus

Die Buchhandlung am Amtshaus hat bereits seit Dienstag die Ladentüren geschlossen. Am Montag habe die Nachfrage nach Büchern zugenommen, berichtet Michael Nau. Als sich die Geschäftsschließungen abzeichneten, entwickelten der Träger des Westfälischen Handelspreises und seine Mitarbeiterinnen ein Notfallkonzept. „Es geht um unsere Kunden im Umkreis“, sagt Michael Nau.

Nachmittags liefert Michael Nau die Bücher aus. Er verbindet das Geschäftliche mit einer Radtour mit Sohn Leo.

Nachmittags liefert Michael Nau die Bücher aus. Er verbindet das Geschäftliche mit einer Radtour mit Sohn Leo. © Uwe von Schirp

Vormittags nimmt das Team Bestellungen entgegen; nachmittags liefert Nau aus. „Vorzugsweise gegen Rechnung“, erklärt er – um direkten Kundenkontakt zu vermeiden. „Das ist natürlich eine Vertrauenssache. Deswegen nehmen wir Bestellungen auch nur am Telefon entgegen, um da etwas Konkretes auszumachen.“ Im Blick hat er auch die Schulkinder. „Wir weisen auf Facebook und im Internet auch noch mal auf Lernhilfen hin.“

Optiker haben geöffnet

Während die Ladentür der Buchhandlung vorerst geschlossen bleibt, stehen andere durchaus offen. Beim Haushaltswaren-Discounter Kodi etwa. „Wir führen Hygieneartikel wie Shampoo und Seife“, sagt Kornelia Janzen. Und erklärt einer Kundin: „Nein, Toilettenpapier haben wir auch gerade nicht.“

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Geöffnet haben auch die Optiker. „Wir sind Dienstleister in der Gesundheit und gehören zum Handwerk“, erklärt Katja Stöber. Auch Fotografen gehören der Handwerkskammer an. Deswegen steht auch bei Foto Müller gegenüber vom Amtshaus die Tür offen. „Wir machen Passbilder und Bewerbungsfotos“, sagt Inhaberin Bettina Müller-Friebe. Sie erfährt bereits deutliche Einbußen. „Aber jeder Kunde zählt.“

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