Stadt und Polizei setzen Kontaktverbot in Dortmund durch - im schlimmsten Fall droht Haft

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In Dortmund gilt ein Kontaktverbot zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Ordnungsamt und Polizei kontrollieren in der gesamten Stadt. Bei einem Verstoß droht im schlimmsten Fall Gefängnis.

Dortmund

, 23.03.2020, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag gilt auch in Dortmund Kontaktverbot: Mehr als zwei Personen dürfen sich nur in Ausnahmen zusammen in der Öffentlichkeit aufhalten. Wer dagegen verstößt, dem droht im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe.

Drei oder mehr Personen dürfen nur dann zusammen öffentlich unterwegs sein, wenn sie in gerader Linie verwandt sind (also z.B. Eltern, Großeltern oder Geschwister), wenn sie verheiratet oder in einer festen Partnerschaft sind oder wenn sie zusammen wohnen. So regelt es eine Verordnung der Landesregierung.

Ausnahmen gelten auch für die Begleitung von Minderjährigen und Unterstützungsbedürftigen, sowie für zwingend notwendige Zusammenkünfte aus beruflichen Gründen oder für Prüfungen.

Empfindliche Strafen und strenge Kontrollen

Die Maßnahmen sollen die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Durchsetzen müssen sie in Dortmund das Ordnungsamt und die Polizei. Dafür wird es im gesamten Stadtgebiet Kontrollen geben.

Polizeipräsident Gregor Lange betont: „Wir unterstellen mittlerweile, dass alle Dortmunder wissen, worauf es ankommt und welche Regeln einzuhalten sind. Verstöße gegen das Kontaktverbot können je nach den Umständen erhebliche Folgen für die Betroffenen haben.“

Dortmundern, die gegen die Regelung verstoßen, droht eine hohe Geldstrafe von mindestens 200 und bis zu 25.000 Euro. Unter bestimmten Umständen, zum Beispiel wenn wegen einer Missachtung des Infektionsschutzes eine andere Person mit dem Coronavirus infiziert wird, sind sogar Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren möglich.

Großer Aufwand für die Behörden

Um den Aufwand der Kontrollen bewältigen zu können, muss das Ordnungsamt Dienst- und Einsatzpläne anpassen. Genaue Angaben dazu, wie der personelle Aufwand bewältigt werden soll, konnte die Stadt am Montagnachmittag noch nicht machen.

Die Polizei betont, dass es vor allem dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken sei, dass die Polizei auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt. Diese setzten sich auch selbst täglich einem Ansteckungsrisiko aus und seien daher auch darauf angewiesen, das Bürgerinnen und Bürger das Kontaktverbot einhalten.

Auch über die Kontrollen des Kontaktverbotes hinaus sei die Polizei weiter im öffentlichen Raum präsent, um potenzielle Straftäter abzuschrecken.

Polizei hatte über 100 Epidemie-Einsätze am Wochenende

Dass es durchaus zu Verstößen kommen könnte, lassen auch Zahlen vom Wochenende vermuten: 26 Einsätze anlässlich der Epidemie verzeichnet die Polizei für Freitag (20. März). Am Samstag (21. März) habe es 56 entsprechende Einsätze gegeben, am Sonntag (22. März) waren es 58.

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Dennoch betont Polizeipräsident Gregor Lange: „Eine überwältigende Mehrheit der Dortmunderinnen und Dortmunder hat gezeigt, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben.“

Krisenstab begrüßt Regelung

Der Dortmunder Krisenstab zum Coronavirus begrüßt die Verordnung der Landesregierung. Dazu Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner: „Wir halten das für eine sinnvolle Maßnahme. Nach wie vor ist das Hauptziel, Infektionsketten zu unterbinden, um die weitere Ausbreitung des Virus soweit es geht zu verlangsamen.“

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Bereits am Samstag hatte die Stadt ein striktes Ansammlungsverbot ausgesprochen. In dieser Entscheidung fühle sich der Krisenstab durch die landesweitere Regelung bestätigt, so Zoerner. Regelungen zum Kontaktverbot gelten seit Montag auch in allen anderen Bundesländern.

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