«Da brauchte man gute Nerven»

17.06.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

«Man nannte uns 'die Jungs'. Sonntags haben wir uns immer besonders fein gemacht», erinnert sich Walter Rapior. Während im Festzelt DSW21-Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke die Politiker begrüßt, feiert der Senior draußen mit einem Bier das Wiedersehen mit seinem früheren Kollegen - und den 150. Geburtstag der Stadtwerke.

«'49 haben wir als Schaffner angefangen, ab 1970 waren wir Fahrausweisprüfer in Zivil», erinnert sich Rapior. Kollege Heinz erläutert die Grundregel der Kontrolleurs-Camouflage: «Am Wochenende schick, sonst leger. Eben so, wie die Fahrgäste auch.»

Und die waren nicht immer kooperativ, Aussagen vor Gericht waren Routine. «Manche zogen sogar Pistolen - man brauchte schon gute Nerven», sagt Rapior. Lieber denkt der 80-Jährige an die kuriosen Situationen zurück, zum Beispiel Mengede in der Vorweihnachtszeit: «Die Straßenbahnen da sahen aus wie U-Boote, lange Dinger, nur eine Tür in der Mitte. Da war nicht mehr viel mit kontrollieren.» Genau wie hier beim Geburtstagsfest an der Von-den-Berken-Straße: Getränke und Essen sind für alle 7500 Gäste umsonst, ebenso die Kinderkirmes mit Karussell, Ponyreiten, Bungee-Trampolin und vielem mehr. «Sehr toll, dass man nirgends Wertmarken braucht. Eine nette Geste», finden die ehemaligen Kontrolleure.

«Unter den Mitarbeitern gibt es generell eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen», wertet der angehende Industriekaufmann Sascha Pawelka die gute Stimmung allgemeiner. Der stellvertretende Vorsitzende der Jugendauszubildenden-Vertretung nennt die Gründe: «Eine gute Förderung und viele Projekte, zum Beispiel die Werkschule parallel zur Berufsschule.»

Zu alt für das Kinderschminken, zu jung für den rustikalen Schaffner-Parodisten im Festzelt, freut sich der 21-jährige auf den abendlichen Fest-Höhepunkt für seine Generation, Mallorca-Barde Olaf Henning: «Dann geht's hier richtig ab!» tag

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