„Danke für die Albträume“: Dortmund-Tatort „Monster“ erntet viel Lob im Netz

mlzTatort-Reaktionen

Über 8,2 Millionen Zuschauer haben am Sonntag beim neuesten Dortmund-Tatort „Monster“ eingeschaltet. Danach gab es im Internet viel Lob für das oft viel gescholtene Ermittler-Team.

von Anna Maria Stock

Dortmund

, 03.02.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Beziehung der Dortmunder zu „ihrem“ Tatort-Team um Kommissar Faber ist normalerweise eine komplizierte: Besonders in den ersten Fällen war ihnen der Chef-Ermittler oft zu verrückt und zu depressiv, viele Dortmunder störten sich in der Vergangenheit auch an der meist düsteren Szenerie und beklagten sich, dass ein zu schlechtes Bild von ihrer Stadt gezeichnet werde – allen voran Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Beim aktuellen Dortmund-Tatort „Monster“, der am Sonntagabend ausgestrahlt wurde, gab es jedoch viel Lob. Der offizielle Tatort-Account auf Twitter hatte dazu aufgerufen, „Monster“ mit Schulnoten zu bewerten – und es regnete Einsen. Gelobt wird vor allem, dass sich der Dortmunder Tatort mit Kindesmissbrauch ein erschütterndes Thema vorgenommen hat.

Der Dortmunder #Tatort ist dank des Casts sowieso immer sehr vielversprechend, aber der heutige war dann nochmal auf einer ganz anderen Ebene. Leider handelt es sich hierbei nicht um reine Fiktion, sondern um die grausame Realität. Exzellent gemacht und doch sehr erschreckend.

— Luca. (@LucaWerth) February 2, 2020

„Das Schlimmste am #Tatort ist die Realität dahinter“, schreibt eine Twitter-Userin. Mehrfach lobt das Fernsehpublikum den Hinweis nach der Sendung, der die Notfallnummer gegen Kindesmissbrauch bereithält. Eine Person ruft zu einer Petition auf, die die Abschaffung der Verjährungsfrist bei Kindesmissbrauch fordert.

Viele zeigen sich erschüttert („Was gibt es nur für Monster unter den Menschen?“) und dankbar, dass so auf das Thema aufmerksam gemacht wird. „Danke für die Albträume“, schreibt eine Person. Eine andere Nutzerin schreibt am darauffolgenden Morgen, sie habe kaum geschlafen.

Da hat der #Tatort mich doch ziemlich beschäftigt! Hab effektiv 3 Stunden geschlafen, weil ich die ganze Zeit richtig selstam geträumt hab.

— Judith (@Judith__Beck) February 3, 2020

Leise Kritik gibt es hingegen für die realitätsfernen Methoden der Ermittler: „Abzüge nur wegen der doch etwas haarsträubenden Art der Polizeiarbeit“, schreibt ein Nutzer auf Twitter. Denn Selbstjustiz und befangene Ermittler wie Jan Pawlak, der im Fall seiner eigenen Tochter ermittelt, dürfe es in der Realität nicht geben.

Ein Nutzer moniert auf Facebook, dass der Plot zu konstruiert sei. Sehr schlechte Schulnoten vergibt das Publikum nur vereinzelt, und dann ohne Begründungen.

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An der Figur von Fabers Gegenspieler Graf scheiden sich die Geister (Achtung, Spoiler-Alarm): Während manche sich erfreut zeigen, dass der Bösewicht endlich erledigt ist, findet es eine andere schade, dass er nun als Widersacher fehlt.

Mehrfach lobt das Publikum den Seitenhieb gegen Schalke („Irgendwatt besonderes los heute?“ - „Watt soll sein? Ein paar malochen trotz Wochenende, auf dem Dach wird watt repariert, und Schalke spielt scheiße, datt is das einzig positive.“ - „Seit wann?“ - „Schalke? Seit es die gibt.“ - „Ne, aufm Dach“), ein User kürt ihn gar zum besten Tatort-Dialog aller Zeiten.

Eine andere schreibt über Ermittler Faber: „Superman hat sein Cape. Faber seinen Parka.“ Ein weiterer User sieht in Faber gar den neuen Schimanski.

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