Bald sollen wieder Löwen in den Dortmunder Zoo einziehen. Die Sanierung des Raubtierhauses ist weit fortgeschritten. © Vahlensieck (A)
Um- und Neubauten

Darauf dürfen sich Tier und Mensch ab Frühjahr im Dortmunder Zoo freuen

Aktuell ist der Dortmunder Zoo Corona-bedingt geschlossen, wird aber hinter den Toren für die Zukunft fit gemacht. Wir geben einen Einblick, was Tiere und Besucher an Neuem erwartet.

Im Winter ist ohnehin nur wenig los im Dortmunder Zoo. Aber wegen Corona sind aktuell gar keine Besucher erlaubt. Für manche Tiere, wie die Menschenaffen, ist das richtig langweilig. Wenigstens die Bauarbeiter sorgen für etwas Abwechslung.

Vor vier Jahren hat der Stadtrat das Zukunftskonzept 2023 für den Zoo beschlossen mit einem Finanzvolumen von 31 Millionen Euro. Seitdem ist viel passiert – nicht nur zur Freude der Besucher. Die zahlreichen Einschränkungen während der Bauarbeiten, vor allem die Erdarbeiten für die Versorgungsleitungen, haben zwischenzeitlich zu Beschwerden geführt. Doch jetzt lassen die Veränderungen an vielen Ecken erkennen, worauf sich Mensch und Tier freuen dürfen.

Das Raubtiergehege

Die energetisch-technische Sanierung des Raubtierhauses fällt zwar nicht unter die 31 Millionen Euro des Zukunftskonzeptes, doch im Bauablauf waren Verzögerungen eingetreten. Die Außenfassade ist bereits seit 2018 fertiggestellt, allerdings stockten dann unter anderem wegen Corona die Arbeiten am Innenausbau, zum Beispiel bei der Bodenbeschichtung, den Fenstern der Gehege und im Pflegergang.

Auch in der Außenanlage mit Fußgängerbrücke und neuer Glasfront für einen direkten Tierkontakt sind die Garten- und Landschaftsbauarbeiten weitgehend fertiggestellt. Jetzt ist der Zaunbauer in Verzug. Nächstes Jahr, vielleicht schon im Frühjahr, könnte ein neues Löwenrudel die Anlage bevölkern.

Die Papageien-Anlage

Die zukunftsweisende, tierschutzkonforme Papageien-Haltung erforderte den Neubau der Papageien-Anlage, die im Frühjahr 2020 fertiggestellt wurde. Temporär sind dort die Vogelarten der im Bau befindlichen Australien-Voliere untergebracht. Nach Abschluss dieser Baumaßnahme im nächsten Frühjahr sollen in der Papageien-Anlage zwei bedrohte Arten aus Südamerika, Salvadori-Weißohrsittiche und Goldsittiche, gezüchtet werden.

Die Australien-Voliere

Dem Besucherwunsch nach begehbaren Tieranlagen entspricht die neugestaltete

Australien-Voliere, an der momentan gebaut wird. Das Erlebnis mit Fütterungsmöglichkeit der Sittiche wird im Frühjahr 2021 beginnen können.

Die Voliere wird teurer als erwartet; denn wie sich jetzt herausstellte, muss der Volierendraht aus Edelstahl sein. Das haben Erfahrungen gezeigt, als die Kakadus zwischenzeitlich in der neuen Papageien-Anlage untergebracht waren. Sie haben dort die Beschichtung des Drahtes extrem beschädigt.

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Darauf dürfen sich Mensch und Tier im Dortmunder Zoo freuen

Das Schildkrötenhaus

Zur artgerechten Haltung der bedrohten Spornschildkröte (Riesenschildkröte) wird ein Warmhaus mit Sandbereich und beheiztem Badeteich gebaut. Das Gebäude ist bereits im Rohbau fertiggestellt, die Anschlussarbeiten sind vergeben, der Einzug der Tiere ist für den Frühsommer 2021 vorgesehen. Die drittgrößte lebende Landschildkrötenart der Welt bekommt ein Architektenhaus im Wintergarten-Stil mit Fußbodenheizung und automatisch steuerbaren Lüftungsfenstern.

Die Andenbären-Anlage

Leider ist Brillenbär Moritz inzwischen gestorben. Eigentlich hätte es noch ein schönes neues Gehege für ihn werden sollen. Er konnte den ersten Spatenstich für die neue Andenbären-Anlage im vergangenen September nicht mehr erleben. Zurzeit laufen die Erdarbeiten.

Die Andenbären-Anlage wird mithilfe von Spenden und ehrenamtlichem Engagement des Fördervereins Kinder und Zoo erweitert und modernisiert. Die um das Dreifache zu erweiternde Bärenanlage gilt als wegweisend für die Haltung der südamerikanischen Großbären. Kletterbäume, ein Wasserbecken sowie Unterschlupf- und Spielmöglichkeiten für die Andenbären werden darin integriert. Von einer Aussichtsplattform sollen Besucher das Verhalten der Tiere besser beobachten können.

Die Tier-Anlagen an der Südamerikawiese

Alle Tieranlagen an der Südamerikawiese werden durch Neubauten in naturnaher Bauweise mit begrünten Dächern ersetzt. Noch ist davon allerdings nichts zu sehen. Der erste Bauabschnitt mit dem Mähnenwolf- und dem Capybara-Stall sowie der neuen Toilettenanlage soll im kommenden Frühjahr starten.

Die Robben-Anlage

Seit Eröffnung des Tierparks 1953 hat sich die Robben-Anlage für Kalifornische Seelöwen und Südamerikanische Seebären kaum verändert. Ihr Um- und Neubau soll das Highlight des Zukunftsprogramms für den Zoo werden. Und das nicht von ungefähr. Die Seelöwen-Fütterung ist seit Generationen eine der größten Attraktionen für Zoo-Besucher und hat Kult-Charakter.

Die Planung sieht eine Vergrößerung der Anlage um ein Drittel vor – einschließlich 12 mal 2,50 Meter großer Unterwassereinsicht und großer Schaufütterungstribüne für 250 Besucher. Bevor mit dem eigentlichen Umbau für ein Becken mit salzhaltigem Wasser begonnen werden kann, muss eine Ausweichanlage für die Seelöwen geschaffen werden. Damit wurde nach den Herbstferien im heutigen Otteraußenbecken begonnen. Der eigentliche Umbau soll im dritten Quartal 2021 starten.

Der neue Waldkiosk

Für das Wohlbefinden der Zoo-Besucher wird ebenfalls etwas getan. So steht der neue Waldkiosk mit umlaufender Überdachung kurz vor der Vollendung. Der Betreiber wird in seiner Winterruhephase die Küche ausstatten und möchte spätestens zu Ostern 2021 eröffnen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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