Darf der Zwergweg Sackgasse bleiben? Nachbarn streiten um Poller in der Märchensiedlung

mlzVerkehr in Kemminghausen

Poller sorgen seit 2016 dafür, dass der Zwergweg in Kemminghausen nicht mehr als Durchfahrtsstraße genutzt wird. Darunter leiden die Anwohner des Däumlingwegs. Kommen die Poller nun weg?

Kemminghausen

, 22.02.2019, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Anwohner ging es im Zwergweg damals zu wie auf der A45. „Hier sind Autos, Busse und sogar Lkw durchgebrettert. Um die Spielstraße hat sich doch niemand geschert“, sagt der zweifache Familienvater Jens Joppien. Besonders um seinen kleinen Sohn habe er sich regelrecht sorgen müssen, wenn der alleine vor die Tür gegangen ist. Zu Stoßzeiten wurde der Zwergweg als Abkürzung zwischen der Kemminghauser Straße und dem Gretelweg genutzt. Teilweise im Tempo 50. „Ein Wunder, dass hier damals nichts passiert ist“, sagt Joppien.

Unbürokratische Hilfe der Politik

Das sah auch die Politik damals so und hat schnell und unbürokratisch geholfen. Seit die Stadt vor etwa zweieinhalb Jahren die Spielstraße mit Pollern zur Sackgasse umfunktioniert hat, ist der Zwergweg nur noch von Norden her befahrbar, und die Anlieger haben ihre Ruhe. Zumindest bis jetzt.

Kein Verständnis für die Straßenöffnung

Denn mittlerweile gibt es Anwohner in der Parallelstraße, die den alten Zustand wieder herstellen wollen. Das Verkehrsproblem hat sich unter anderem in ihren Däumlingsweg verlagert. Über den Antrag, den Zwergweg wieder zur Durchgangsstraße zu machen, soll die Politik künftig entscheiden.

Für die Situation seiner Nachbarn äußert Jens Joppien Verständnis. Über den Vorschlag zur Straßenöffnung aber kann der 44-Jährige nur den Kopf schütteln. „Dann teilt sich der Verkehr auf beide Straßen auf, und davon hat doch auch niemand etwas.“ Die Zwergwegler schlagen deshalb vor, den Däumlingsweg ebenfalls zur Sackgasse zu erklären. Für den Verkehr blieben dann verschiedene Alternativrouten übrig, die zwar länger, aber auch besser ausgebaut seien. Der Verkehr werde dann beispielsweise über den Alten Heideweg geleitet.

Gemeinsame Lösung mit allen Beteiligten

Damit, sagt Joppien, seien wiederum die Däumlingswegler nicht einverstanden, sie möchten ihre Freiheit, ihre Straße über beide Seiten zu erreichen, nicht aufgeben.

Bezirksbürgermeister Oliver Stens zeigte sich gestern auf Nachfrage unsere Zeitung nicht amüsiert darüber, dass das Verkehrsproblem in der Märchensiedlung nun öffentlich werde. Ihm wäre es lieber gewesen, mit den Beteiligten eine gemeinsame Lösung zu finden.

Stadt soll entscheiden

Den Däumlingsweg ebenfalls zur Sackgasse umzubauen, hält Stens dabei aber auch nicht für zielführend. „Das Problem wird dann nur von einer zur anderen Stelle verlagert.“ Er schlägt stattdessen vor, sowohl den Zwerg- als auch den Däumlingsweg zur Einbahnstraße umzufunktionieren. Autos könnten dann nur vom Gretelweg aus die Fahrbahnen benutzen. „Die Verkehrsbelastung wäre demnach für beide Straßen überschaubar und den Anwohnern zumutbar“, so Stens.

Joppien sieht das anders. „Fakt ist: Dann haben wir wieder Durchgangsverkehr. Wir wollen aber keine Verschlechterung unserer derzeitigen Situation.“

Oliver Stens wolle sich nun mit dem Stadtplanungsamt in Verbindung setzen. „Sollen doch die Profis entscheiden, welche Verkehrsführung für die Siedlung am besten ist.“

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