Wer in Quarantäne ist, darf mit seinem Hund nicht Gassi gehen und sollte Freunde, Familie oder Nachbarn darum bitten. © dpa (Symbolbild)
Corona-Pandemie

Darf ich in der Quarantäne mit dem Hund Gassi gehen und Müll entsorgen?

Quarantäne wegen Corona-Verdachts ist keine Ehrensache, sondern soll andere vor Ansteckung schützen. Doch nicht jeder kennt die Regeln. Was ist noch erlaubt und was nicht? Wir geben Antworten.

Inzwischen kennt fast jeder jemanden, der wegen Corona unter Quarantäne gestellt wurde. Angesichts der hohen Infektionszahlen ist das Risiko groß, als Kontaktperson eines Infizierten wegen Ansteckungsverdachts selbst eine behördliche Quarantäne-Anordnung vom Gesundheitsamt zu bekommen.

Quarantäne bedeutet, sich für eine befristete Zeit in die eigenen vier Wände zurückzuziehen, um andere vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das wissen noch die meisten. Doch wie weit geht das? Was darf man in Quarantäne überhaupt noch? Und wer hilft mir, wenn ich Erledigungen außer Haus zu besorgen habe?


Ein solches hohes Risiko ist gegeben, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt mit einem Infizierten mit einer laborbestätigten Covid-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Infizierten gesprochen hat, beziehungsweise angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.

Wann ist das Ansteckungsrisiko so hoch, dass ich in Quarantäne muss?

Wer aus einem ausländischen Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist, für den besteht nach der bundesweiten Anordnung des Bundesgesundheitsamtes eine Meldepflicht beim örtlichen Gesundheitsamt.


Laut Stadtsprecherin Anke Widow muss eine positiv getestete Person – gegebenenfalls müssen das auch deren Haushaltsmitglieder – ab dem Testtag für 14 Tage in Isolation. Enge Kontaktpersonen gehen ab dem Tag des letzten Kontaktes zur positiv getesteten Person ebenfalls in 14-tägige Quarantäne.

Wie lange dauert die Quarantäne?

Allerdings kann man sich nach der neuen, am 1. Dezember in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung zehn Tage nach einem Kontakt mit einem Infizierten „frei testen“ lassen, wenn es keine lokalen Sonderregeln gibt. Ob es die für Dortmund geben wird, steht noch nicht fest. Da Organisation und Umsetzung der neuen Quarantäne-Regel großen Regelungsbedarf auslöse, müsse zunächst das komplexe Quarantäne-Management der Stadt überarbeitet werden, erklärte Widow.

Wer sich einem sogenannten PCR-Test unterzogen hat, muss in Quarantäne, bis das Ergebnis vorliegt. Ist das Testergebnis positiv, muss man automatisch zehn Tage in Quarantäne. Danach darf man sie verlassen, sofern 48 Stunden lang keine Krankheitssymptome erkennbar waren, und muss nicht die Erlaubnis des Gesundheitsamtes abwarten.


Quarantäne heißt häusliche Absonderung. Die Unterkunft darf bis zum Ende der Quarantäne nicht verlassen werden. Besuch darf nicht empfangen werden. Auch Sport treiben wie Joggen oder Radfahren ist nicht erlaubt. Personen in Quarantäne unterliegen der Beobachtung durch das zuständige Gesundheitsamt.

Was muss man bei der Quarantäne beachten?



Bei der behördlich angeordneten Quarantäne ist maßgebend, was das Gesundheitsamt anordnet. Doch es gibt eine Ausnahme von der Quarantäne-Regelung, die erlaubt, die angeordnete Quarantäne zeitweise zu verlassen. Anke Widow: „Ist ein dringender, zuvor mit der Arztpraxis abgesprochener, Arztbesuch notwendig, so kann der Weg dorthin im eigenen PKW zurückgelegt werden.“

Gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Regelung?

Hat man einen eigenen Balkon oder einen Garten am Haus ist es erlaubt, sich dort an der frischen Luft zu bewegen – sofern sich auf dem Balkon oder im Garten keine anderen Personen aufhalten.

Darf ich mit meinem Hund Gassi gehen, den Müll wegbringen und den Briefkasten leeren?

Nein, sagt Anke Widow, Tätigkeiten wie Gassigehen und Einkaufen sollten Verwandte, Freunde oder Nachbarn übernehmen. Wer auf solche Alltagshilfen nicht zurückgreifen kann und dringend Unterstützung benötigt, findet diese bei Ehrenamtlichen, die man bei der Freiwilligen-Agentur der Stadt unter Telefon 0231/5010600 oder per Mail unter freiwilligenagentur@dortmund.de anfragen kann.

Ob Rezeptservice für Medikamente, Hilfe beim Briefkasten leeren, Müll entsorgen oder Telefon-Gespräche gegen die Einsamkeit – die Freiwilligenagentur vermittelt Hilfe oder nennt einen Ansprechpartner.

Fehlt jemand wegen Corona-Quarantäne zum Gassi gehen, hilft auch der Tierschutzverein. Ehrenamtlich versteht sich. „Auch bei Hunden, für die ein Sachkundenachweis notwendig ist“, sagt Karola Gaidies vom Tierschutzverein. Melden kann man sich unter der Telefonnummer 0231/818396.


Wer sich nicht an die Quarantäneregeln hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann laut Corona-Schutzverordnung mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Was passiert, wenn man sich nicht an die Quarantäne-Regeln hält?

Hilfsangebote

Stadt informiert mit Video über die Quarantäne

Ein Informationsfilm zur Quarantäne ist auf der Homepage der Stadt Dortmund abrufbar.

Mehr Informationen zu Hilfsangeboten im Alltag während der häuslichen Quarantäne enthält das Video der Stadt Dortmund unter dortmund.de „Hilfen im Alltag“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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