Darum bildet der BVB jetzt Köche aus

Borussia Dortmund

Für junge Fußballer ist Borussia Dortmund eine der besten Ausbildungsadressen des Landes, vielleicht sogar auf der ganzen Welt. Im nächsten Jahr möchte der BVB auch in einem anderen Bereich jungen Menschen einen optimalen Berufseinstieg ermöglichen: Die Event und Catering GmbH des BVB bildet ab dem 1. August 2017 Köche aus.

DORTMUND

, 14.12.2016, 02:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Mannschaftskoch Dennis Rother (Mitte) ist der Ausbilder der angehenden Köche bei der BVB Event und Catering GmbH. Diese wird von den beiden Geschäftsführern Marcus Knipping (l.) und Arne Brügmann geleitet.

BVB-Mannschaftskoch Dennis Rother (Mitte) ist der Ausbilder der angehenden Köche bei der BVB Event und Catering GmbH. Diese wird von den beiden Geschäftsführern Marcus Knipping (l.) und Arne Brügmann geleitet.

Seit zweieinhalb Jahren gibt es die BVB Event und Catering GmbH mit Marcus Knipping und Arne Brügmann als Geschäftsführer. Die Firma ist für die Vermarktung der VIP-Bereiche des Signal Iduna Parks außerhalb von den Spieltagen zuständig und seit dem Beginn der Saison 2015/16 auch für das gesamte Catering im Signal Iduna Park und beim BVB.

Das Team rund um Mannschaftskoch Dennis Rother versorgt nicht nur die BVB-Profis, sondern auch die Jugendmannschaften und das Jugendhaus am Trainingszentrum in Brackel sowie das komplette Stadion an Spieltagen und bei Veranstaltungen.

Bis zu 80 Köche sind im Einsatz

Dafür, sagt Arne Brügmann, brauche es eine ganze Menge Personal. Bis zu 80 Köche sind allein an einem Spieltag im Stadion im Einsatz. Die allermeisten engagiert der BVB extern. Eine gute Stammmannschaft sei aber Voraussetzung, sagt Arne Brügmann. Und die solle nach und nach selbst aufgebaut werden. Deshalb ist er vor einigen Monaten auf BVB-Personalchef Reinhard Beck zugegangen mit der Idee, selbst Köche auszubilden.

Es gebe, sagt Arne Brügmann, der seit knapp 20 Jahren in der Gastronomie arbeitet, immer weniger Nachwuchs in der Gastronomie. Die langen Arbeitszeiten, fast immer bis in den späten Abend, fast immer an Feiertagen, seien für viele junge Menschen nicht gerade reizvoll. Die Bezahlung ohnehin nicht. „Es kann sehr schön sein, in der Gastronomie zu arbeiten“, sagt er. „Die Arbeit bietet die Möglichkeit, sich täglich neuen Herausforderungen zu stellen und an diesen zu wachsen“ Er sieht die Koch-Ausbildung beim BVB deshalb auch als Herausforderung, genau das zu beweisen.

Reinhard Beck und Marcus Knipping musste Arne Brügmann nicht lange überzeugen. „Unser Ziel ist es, möglichst viel Personal selbst auszubilden“, sagt Reinhard Beck. Der BVB habe durch seine Außenwirkung auch eine gewisse Verantwortung als Arbeitgeber in der Region. Ausgebildet wird – je nach Bedarf – zum Beispiel auch in der Verwaltung, beim Stadion-Management und im Merchandising.

Ab dem 1. August 2017 stellt der BVB nun also auch noch drei Auszubildende zum Koch oder zur Köchin ein. Ausbilder ist Dennis Rother, der vor seiner Zeit beim BVB Erfahrung an etlichen guten Koch-Adressen sammelte, zuletzt im Hotel L‘Arrivée.

Weitere Stationen für Koch-Azubis

Ganz allein kann die BVB Event und Catering GmbH die Ausbildung aber nicht stemmen. „Wir sind eine Event-Gastronomie“, sagt Arne Brügmann. Ein Koch müsse aber auch das A-la-carte-Geschäft kennenlernen. Deshalb verbringen die angehenden Köche jeweils ein halbes Jahr ihrer Ausbildung bei zwei Gastronomie-Partner aus Dortmund: dem Lennhof in Menglinghausen, erst vor wenigen Tagen vom Restaurantführer Michelin mit dem Bib Gourmand für seine gehobene Küche ausgezeichnet, und dem Restaurant Overkamp auf dem Höchsten, bekannt für seine bürgerliche Küche. „Die Kooperation ermöglicht den Auszubildenden einen Einblick in die verschiedenen Facetten der Gastronomie“, sagt Arne Brügmann.

Der BVB kooperiert zudem mit der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund und dem Hotel- und Gaststättenverband Westfalen. In der Bundesliga habe die Borussia damit sicher ein Alleinstellungsmerkmal, sagen Brügmann und Beck. Die meisten Vereine würden für ihr Catering ohnehin auf Externe zurückgreifen. Der Koch sei bei Fußballklubs sicher ein seltener Ausbildungsberuf – und vielleicht deshalb besonders reizvoll. 

Bewerber und Bewerberinnen müssen mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Voraussetzungen sind zudem handwerkliches Geschick, Kreativität, Teamfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe, Flexibilität und Belastbarkeit, eine gute körperlich Verfassung. Die Ausbildung dauert drei Jahre, eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist bei einem guten Notendurchschnitt möglich. Der BVB will sich an den von der IHK empfohlenen Vergütungen orientieren. Interessenten können sich ab sofort bewerben unter

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