Darum gibt es keine Marmelade mehr beim Apfelmarkt

Auflagen des Ordnungsamts

Der Stammtisch beim Apfelmarkt in Aplerbeck am vergangenen Wochenende hatte sein Thema: Marmelade. Genauer gesagt, die Marmelade, die es jetzt dort nicht mehr gibt. Die Auflagen vom Ordnungsamt waren zu hoch für das ehrenamtliches Engagement.

APLERBECK

, 10.09.2014, 03:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer selbst gemachte Marmelade möchte, muss sie in der Regel auch selbst kochen wie Frauke Steinhoff aus dem Stadtteil Sommerberg. Beim Apfelmarkt gibt's keine mehr.

Wer selbst gemachte Marmelade möchte, muss sie in der Regel auch selbst kochen wie Frauke Steinhoff aus dem Stadtteil Sommerberg. Beim Apfelmarkt gibt's keine mehr.

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Auch wenn der Stand 2012 nicht sofort geschlossen wurde, haben zwei Lebensmittelkontrolleure der Behörde die Damen darauf hingewiesen, dass ohne Etikett mit Grammzahl, Mindesthaltbarkeitsdatum und Inhaltsstoffen die Marmelade in Zukunft nicht mehr verkauft werden dürfe. „Die Auflagen haben wir sogar schriftlich gekriegt“, sagt Helmut Schlinkmann, Vorsitzender der Fröhlichen Morgensonne. Darin habe auch gestanden, dass sich das Ordnungsamt die Küche anschauen wolle, in der die Marmelade gekocht werde.

Diese Auflagen habe man zum Anlass genommen, so Günther Ehlers vom Aplerbecker Geschichtsverein, um sich im Vorfeld des diesjährigen Apfelmarktes bei einem Termin mit 20 Vereinen umfassend von einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes informieren zu lassen. Dabei seien sie belehrt worden, dass die Marmelade nach EU-Definition Brotaufstrich heißen müsse, weil keine Zitrusfrüchte drin seien, berichten auch Bärbel Koglin und Elsa Plaeßmann. Ohne dass das jemand behauptet hätte, erklärte Skupsch, es habe nie ein Verwarngeld oder Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Damen gegeben. Und: Das Thema „Marmelade/Brotaufstrich“ habe für das Ordnungsamt nie im Fokus gestanden.

„Das haben wir anders in Erinnerung“, sagt Ehlers, „wir kennen mindestens 20 Leute, die das alle hautnah mitgekriegt haben und die sind alle nicht miteinander verwandt.“ „Ich glaube, da sind wir alle einer Meinung, wie das war“, meint auch Bernhard Fuest vom Aplerbecker Förderkreis.

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Stadtsprecher Skupsch erklärte auf nochmalige Nachfrage, angesichts der Vielzahl der Marmeladengläser („ca. 1000 Gläser in einem eigens aufgestellten Festzelt“) habe das Ordnungsamt den Verkauf als „quasi-gewerblich“ betrachtet.

Es sei dem Ordnungsamt nicht um die Bestimmungen der Konfitürenverordnung gegangen, „sondern um die Kennzeichnungsmindestanforderungen für Inverkehrbringer angesichts des Umfangs, in welchem dort der Verkauf von ‚Marmelade‘ betrieben wurde.“

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Beim Apfelmarkt am vergangenen Wochenende – und da waren sich mal alle einig – gab es „überhaupt nichts zu beanstanden“.  

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