Darum könnten Hochzeitstauben bald verboten werden

Romantischer Brauch

Hochzeitstauben sollten verboten werden - das meint zumindest der Tierschutzverein und forderte in einem Brief an Oberbürgermeister Sierau, die Vögel nicht mehr bei Trauungen einzusetzen. Die Stadt befasst sich nun mit der Forderung des Tierschutzvereins und will mit Anbietern von Tauben im Dortmunder Raum Kontakt aufnehmen.

DORTMUND

, 19.02.2016, 02:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Hochzeitspaar hält am 15.05.2015 nach der Trauung vor dem Standesamt in Erfurt (Thüringen) zwei Hochzeitstauben. Mit dem Wonnemonat Mai bricht für Thüringens Standesbeamte die Hochsaison für Hochzeiten an. Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein Hochzeitspaar hält am 15.05.2015 nach der Trauung vor dem Standesamt in Erfurt (Thüringen) zwei Hochzeitstauben. Mit dem Wonnemonat Mai bricht für Thüringens Standesbeamte die Hochsaison für Hochzeiten an. Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Brauch, weiße Tauben bei Trauungen vor dem Rathaus oder dem Stadthaus in den Himmel steigen zu lassen, könnte in Dortmund bald ein Ende haben. Die Stadt will prüfen, ob sie das Auflassen weißer Pfauenschwänze verbieten lässt, nachdem der Tierschutzverein solch ein Verbot in einem Brief an Oberbürgermeister Ullrich Sierau gefordert hatte.

Wie berichtet, endet der romantische Brauch für die weißen Ziertauben meist traurig, wenn nicht gar tödlich. Weil sie als Ziertauben keinen Orientierungssinn haben, finden sie nicht in den Schlag oder die Voliere zurück. Zudem können sie mit ihren kürzeren Schnäbeln nicht jedes Futter fressen und deshalb in freier Natur nicht überleben. So verhungern sie oft, werden Beute von Greifvögeln oder kommen anderweitig um. Seit vergangenem Sommer erhalte der Tierschutzverein häufiger Meldungen von herumirrenden Pfauenschwänzen, so die Tierschutzvereinsvorsitzende Erika Scheffer.

Stadt ist über Hinweise der Bevölkerung dankbar

„Die Stadt nimmt den Hinweis von Frau Scheffer sehr ernst“, versichert Stadtsprecherin Katrin Pinetzki; denn niemand wolle, dass der schönste Tag im Leben von zwei Menschen für andere, nämlich für Tiere, gefährlich oder gar tödlich ende. Deshalb sollten Brautpaare – wenn schon Hochzeitstauben – nach seriösen Anbietern suchen, die verantwortungsbewusst mit ihren Tieren umgehen und nur gut trainierte weiße Brieftauben einsetzen.

Die Stadt werde nun Fakten sammeln und recherchieren, welche Anbieter sich im Dortmunder Raum tummeln und mit ihnen Kontakt aufnehmen, so Pinetzki. Dabei sei sie für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar. Die Stadtsprecherin: „Wer schon einmal beobachtet hat, dass es nach dem Auflassen bei einer Hochzeit zu Problemen mit den Tieren kam, der möge sich bitte beim Veterinäramt melden.“ Dazu Erika Scheffer: „Das ist schon ganz viel wert.“

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