213 Rosen wurden vor der St. Joseph-Kirche aufgestellt. © David Peters
Besondere Aktion

Darum standen über 200 Rosen vor einer Kirche in der Münsterstraße

So manchem Dortmunder werden die weißen Rosen vor der St. Joseph-Kirche in der Münsterstraße in Nordstadt am Sonntag aufgefallen sein. Der Anlass dafür ist ein trauriger.

Für seine Aktion wählte der Künstler mit dem Namen „TutElchArmut“ einen besonderen Ort: Vor der St. Joseph-Kirche in der Münsterstraße wurden am Sonntag (6.12.) 213 weiße Rosen aufgestellt. Die Rosen sollen an die 213 Todesopfer rechter Gewalt, die es nach Zählung der Amadeu Antonio Stiftung seit 1990 in Deutschland gab, erinnern.

Alleine in Dortmund gab es insgesamt fünf Fälle, darunter auch Mehmet Kubaşık, der vom Terrornetzwerk NSU erschossen wurde. Am 4. April 2006 wurde Kubaşık gegen 13 Uhr von einer Kundin in einer Blutlache liegend hinter dem Tresen seines Kiosks aufgefunden.

Gedenkveranstaltung geplant

Dass gerade am 6. Dezember an die Todesopfer rechter Gewalt gedacht wird, hängt mit dem Todestag von Amadeu Antonio zusammen. Der damals 28-Jährige wurde in der Nacht vom 25. November 1990 von einer Gruppe Rechtsextremer durch Eberswalde (Brandenburg) gejagt und brutal ins Koma geprügelt. Der gebürtige Angolaner erlag am 6. Dezember 1990 seinen schweren Verletzungen.

Neben den Rosen hinterließ die Künstlerin noch eine Botschaft.
Neben den Rosen hinterließ die Künstlerin noch eine Botschaft. © David Peters © David Peters

Zum Gedenken an den Tod des jungen Mannes war am Sonntagnachmittag (6.12.) in Eberswalde eine kleine Gedenkveranstaltung geplant. Ein Teil der Veranstaltung: eine symbolische Umbenennung der Straße des Tatort-Geschehens zur Amadeu-Antonio-Straße.

In der ersten Version des Textes berichteten wir, dass die Aktion von der Amadeu Antonio Stiftung initiiert wurde. Tatsächlich war es eine Aktion eines Dortmunder Künstlers. Wir haben dies nun korrigiert.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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