Darum strahlt der Boden des Westparks jetzt in Regenbogenfarben

mlzWestpark

Ein Regenbogen ziert seit Freitag den Boden des Westparks in Dortmunds Innenstadt. Hinter dem farbenfrohen Kunstwerk steckt eine ernste Botschaft.

von Antonias Telgmann

Dortmund

, 25.09.2020, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Am Westpark-Eingang am Heinrich-Schmitz-Bildungszentrum sind nun leuchtende Streifen in den Farben des Regenbogens zu sehen. Die sechs Streifen, welche einen Regenbogen darstellen sollen, sind ein Zeichen der LGBTQIA Community. Er steht für die Forderung nach mehr Toleranz und Gleichstellung.

Sichtbarkeit sei die Voraussetzung um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, erklärte Daniel Greb von SLADO e.V. „Viele Personen haben nicht das Selbstbewusstsein selbst gegen Diskriminierung vorzugehen.“ Die Idee des Regenbogens hat Verbands-und Öffentlichkeitsreferentin Cordula von Koenen ins Rollen gebracht.

Alltägliche Diskriminierung

Die Menschen seien mittlerweile zwar offener, aber es herrsche oft nur theoretische Akzeptanz, erklärt Daniel Greb. „Wenn ich händchenhaltend mit meinem Freund über die Straße laufe, werde ich immer noch komisch angeschaut.“

Aufklärung und Toleranz zum Thema beginne schon bei der Erziehung durch die Eltern. Es sei wichtig dem Kind zu sagen: Du bist okay, so wie du bist.

Sprache schafft Realität

Auch die Abschaffung eines diskriminierenden Sprachgebrauchs sei ein Schritt.

„Wichtig ist, dass wir alle verstehen, dass jeder einen sozialen Fußabdruck hinterlässt“, sagt Sigrid Pranke.

AWO und weitere Kooperationspartner weisen mit einem Schild am Westpark auf das Projekt "Zukunft mit Herz" hin und fordern Solidarität gegenüber der LGBTQIA Community.

AWO und weitere Kooperationspartner weisen mit einem Schild am Westpark auf das Projekt "Zukunft mit Herz" hin und fordern Solidarität gegenüber der LGBTQIA Community. © Marian Thöne

Der Regenbogen aus sechs Farben wurde mit Hilfe von mehreren Jugendlichen im Rahmen der Farb- & Raumgestaltung der Jugendwerkstatt dobeq auf den Boden gemalt. Das Schild neben dem bunten Streifen spricht eine klare Sprache: „Zeig dich solidarisch! Schreite ein bei Diskriminierung!“.

Eine klare Aussage

Für den Bezirksbürgermeister Ralf Stolze war von Anfang an klar: Das Projekt muss unterstützt werden: „Die Frage war nur noch, welche Stelle wir nutzen.“ Das Projekt „Zukunft mit Herz gestalten“ wurde für 5 Jahre bewilligt und wird im Rahmen eines Bundesprogramms gefördert.

Außerdem hat die Stadt Dortmund einen Leitfaden für gendergerechte Sprache veröffentlicht. Daran könne sich jeder orientieren.

Zur Sache

Die Initiatoren des Projekts

Die fünf am Projekt beteiligten Hauptparteien sind der AWO Unterbezirk Dortmund, die Jugendwerkstatt der dobeq, der Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen in Dortmund (Slado e.V.) und die Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule & Transidente der Stadt Dortmund.
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