Das Dach an der Sporthalle des Leistungszentrums für Kunstturnen muss saniert werden

mlzKunstturnvereinigung Dortmund

Die Sportstätte an der Stadtkrone Ost ist einmalig in Dortmund. In einer umgebauten Dreifach-Sporthalle ist ein Zentrum für den Turnsport entstanden. Das wird jetzt zur Baustelle.

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, 23.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einmal in das große „Schaumstoffbecken“ geraten, hat man das Gefühl, man müsste ertrinken. Muss man natürlich nicht wirklich, aber es erfordert ein gewisses Maß an Anstrengung, um aus dem etwa 1,80 Meter tiefen Becken, das voller Schaumstoffreste ist, wieder herauszukommen.

Was für den Laien ein großer Spaß ist, ist für den Sportler lebenswichtig. Hier werden die schwierigen Übungen am Reck oder an den Ringen geübt. Übungsteile wie ein Salto zum Abgang oder komplizierte Luft-Elemente. Die gehen oftmals daneben. Und damit der Sportler nicht auf den Boden kracht, landet er weich im Schaumstoff.

Schon am Beispiel dieser speziellen Trainingshilfe zeigt sich, wie besonders die ehemalige Sporthalle der Britischen Rheinarmee ist, die nach dem Abzug der Soldaten übriggeblieben ist und 1999 von der DTG (Dortmunder Turngemeinde) als reine Kunstturnhalle eingerichtet wurde.

Fest montierte Geräte für ein professionelles Training

Die Geräte sind hier fest montiert, ein professionelles Training ist dadurch möglich. Leistungssport eben, der von der DTG in Kooperation mit der Kunstturnvereinigung Dortmund e.V. und dem Goethe-Gymnasium als NRW- Sportschule ausgeübt wird. Eine Schließung der Halle hätte nicht nur für den Dortmunder Turnsport, sondern auch für das Goethe-Gymnasium katastrophale Folgen gehabt.

Der Schreck fuhr allen Beteiligten in die Glieder, als bei einer routinemäßigen Kontrolle von städtischen Mitarbeitern (die Stadt Dortmund ist Eigentümer der Halle) Ende vergangenen Jahres kleine Risse in der Holzleimbinderdachkonstruktion festgestellt wurden. Diese Konstruktion beinhaltet sozusagen die Querträger, auf denen das Dach liegt. „Hier war es wichtig, früh nachzufragen, was mit der Halle passiert, denn die Turner können nicht einfach die Halle wechseln und an einem anderern Ort trainieren“, sagt Ute Mais (CDU), stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit und Sprecherin Sport.

Die hölzerne Deckenkonstruktion muss saniert werden.

Die hölzerne Deckenkonstruktion muss saniert werden. © Jörg Bauerfeld

Die leistungssportorientieren Bedingungen seien anderswo nicht gegeben. Also packte die Stadt an und sorgte mit einer Sofortmaßnahme in den Weihnachtsferien dafür, dass die Halle weiterhin nutzbar ist. Aber man muss noch einmal ran, an die Dachkonstruktion. Gepant ist in den Sommerferien 2019 eine aufwendige Sanierung - in Absprache mit den nutzenden Vereinen und Schulen. „Das ist ein gutes Beispiel für eine vernünftige Absprache“, sagt Manfred Hagedorn, Leiter des Leistungsstützpunktes. „Wir haben mit dem Sportamt und dem Hochbauamt abgestimmt, wann wir solche Sanierungen machen. Nämlich in der Trainingspause.“

Die Finanzierung der Sanierung ist gesichert

Und so soll es nun wohl auch passieren. „Die Finanzierung der Maßnahme ist gesichert“, sagt Ute Mais. Und die Dortmunder Turngemeinde hat noch weitere Pläne. 2006 gab es in Eigenregie einen Umbau, bei dem alte Sanitärräume in Tagungsräume und Squash-Courts in eine Gymnastikhalle umgebaut wurden. Jetzt soll noch ein Anbau folgen, um die professionellen Turn-Bedingungen weiter zu verbessern. „Da sind wir im Moment in Gesprächen“, sagt Manfred Hagedorn. „Es ist ganz wichtig so einen Standort in Betrieb zu halten“, sagt Ute Mais.

Neben dem professionellen Training erfüllt die Halle an der Stadtkrone Ost im Moment noch eine andere Funktion - als Ausweichhalle für drei Schulen, die wegen Hallensanierungen nicht in ihre Heimhallen können. Die Tremoniaschule (Hauptschule), eine Förderschule und der Kooperationspartner der DTG, das Goethe-Gymnasium. „Die Halle Hörde 1 ist schon seit einiger Zeit geschlossen und als Sportgymnasium ist es zwingend notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler an Geräten turnen können“, sagt Hagedorn.

Ach ja, die nächste Sporthalle dieser Art ist im Übrigen in Bergisch Gladbach. Auch daran ist das Alleinstellungsmerkmal dieser Sportstätte zu erkennen.

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