Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

mlzAlter Campingplatz

Am Rande von Sölde tut sich etwas. Seit einigen Monaten wird auf dem alten Gelände des Campingplatzes an der B1 gebaut. Am Ende sollen auch Spaziergänger etwas davon haben.

Sölde

, 05.09.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Reste der Vergangenheit kann man noch sehen. Drei Hütten stehen auf dem Gelände am Ende der Straße Im Hilger in Sölde, das direkt an die B1 grenzt und das mal Heimat von 27 Hütten und Wohnwagen war. Doch das, was früher ein Campingplatz gewesen ist, verwandelt sich seit einigen Monaten.

2014 war hier plötzlich Schluss mit Kurzurlaub an der B1, einige Besitzer ließen sogar Lebensmittel in ihren Kühlschränken zurück. Das Gelände wurde verkauft und zugeschlagen hat 2017 Robin Klesper-Schneider. Der 26-Jährige ist Geschäftsführer von KS Lohnunternehmung mit Sitz in Fröndenberg.

Der Lärmschutz steht ganz oben

Das Familienunternehmen kümmert sich unter anderem im Auftrag von Kommunen um Baumpflege, Winterdienst oder Hochsitzbau für die Jagd. Für solche Arbeiten sind viele Fahrzeuge und viele Maschinen notwendig, die auch irgendwo abgestellt werden müssen. Genau hierfür soll die ehemalige Camping-Fläche genutzt werden.

Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

Entlang des Feldweges will Klesper-Schneider Bänke für Spaziergänger und eine Blumenwiese für Insekten einrichten. © Michael Nickel

„Wir wollen hier das ursprüngliche Landschaftsbild wiederherstellen“, sagt Klesper-Schneider. Die Fläche soll also möglichst naturbelassen bleiben, Bäume stehen hier noch und sollen es auch in Zukunft tun. „Der Lärmschutz ist uns am wichtigsten“, sagt er. Als Landwirtschafts- und Forstbetrieb ist die Firma vom Sonntagsfahrverbot ausgenommen.

Die Nachbarn sollen trotz der Nähe zur B1 und zum Dortmunder Flughafen so wenig wie möglich vom Betrieb des Unternehmens mitbekommen. Zum einen soll der Teil des Geländes abgesenkt werden, auf dem die schweren und lauten Geräte untergebracht sind. Zum anderen soll der Erdwall am Feldweg erhöht werden.

Fußgänger und Radfahrer können hier jederzeit lang

„Fußgänger haben auf dem Feldweg uneingeschränktes Wegerecht“, sagt Klesper-Schneider. Zugleich ist es die einzige Zufahrt zu seinem Gelände. Auch hier will er für die Anwohner die Anzahl der Fahrten und das Aufwirbeln von Staub und Dreck so gering wie möglich halten.

Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

Schweres Gerät wird hier gelagert. © Michael Nickel

Eine Schranke, mit der er fremde Fahrzeuge vom Befahren des Weges abhalten könnte, ist dauerhaft geöffnet, nachdem sich das Fahrradfahrer von ihm gewünscht hatten. Dabei hätte Klesper-Schneider allen Grund dazu, die Schranke unten zu lassen.

Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

So hat der Campingplatz mal ausgesehen. Sogar ein Kinderwagen wurde zurückgelassen. © Robin Klesper-Schneider

„Das komplette Gelände war zugewachsen, Lkw haben hier unerlaubt tonnenweise Müll vor unserem Tor abgeladen, Möbel und sogar Asphalt waren dabei“, sagt er. Entsorgt hat er das alles auf eigene Kosten. Auch die Pflege der angrenzenden Grünflächen von der Stadt übernimmt er mit. Nicht weil er muss, sondern weil er möchte.

Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

Robin Klesper-Schneider musste viel Müll entsorgen. © Robin Klesper-Schneider

Die Rodungen entlang des Weges und auf dem Gelände selbst laufen seit 2017 in Etappen, „seit drei Monaten aber richtig“, so Klesper-Schneider. In gut einem Jahr soll das komplette Areal fertig sein. Die drei Hütten als Relikte der Campingplatz-Vergangenheit sollen vorerst stehen bleiben. Wie sie in Zukunft genutzt werden könnten, ist noch nicht ganz klar. Ein Abriss kommt aber vorerst nicht infrage, weil sie dann nicht neu aufgebaut werden dürften.

Eine Halle wird aus eigenem Holz gebaut

Neu aufgebaut werden soll aber unter anderem eine Halle. Als Landwirtschafts- und Forstbetrieb hat das Lohnunternehmen ein Sonderbaurecht. Der Unterstand für Fahrzeuge muss allerdings auf einer Seite offen sein – und wird aus eigenem Rundholz aufgebaut.

Das entsteht auf dem ehemaligen Campingplatz an der B1 in Sölde

Immer noch kommt es vor, dass Unbekannte ihren Grünschnitt unerlaubt auf Klesper-Schneiders Grundstück entsorgen. © Michael Nickel

Naturnah und ressourcenschonend soll das also geschehen. Das will Klesper-Schneider auch über den Wall hinaus zeigen, der das eigentliche Firmengelände vom Feldweg trennt. Hier soll nämlich eine Blumenwiese für Insekten entstehen, zudem will er Bänke für Spaziergänger aufstellen. Und eine Infotafel, auf der erklärt wird, was ein Lohnunternhemen macht.

Er will dauerhaft ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und Anwohnern aufbauen und pflegen. Zu einigen hat er bereits guten Kontakt. Und das soll auch so bleiben, wenn der alte Campingplatz sich vollständig verwandelt hat.

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