Das Grußwort des Oberbürgermeisters zum Jahr 2017

Ullrich Sierau

Zu Beginn des neuen Jahres richtetet Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau sich an alle Dortmunder.innen und Dortmunder. In seinem Grußwort blickt er auf das Jahr 2016 zurück und zieht Bilanz.

DORTMUND

von Ullrich Sierau

, 31.12.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 5 min
Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Liebe Dortmunderinnen und Dortmunder,

zum Ende des Jahres 2016 sende ich Ihnen meine herzlichen Grüße und wünsche Ihnen einen guten Jahreswechsel. Meine Grüße gehen vor allem auch an die Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Jahr neu in unsere Stadt gezogen sind.

Wachstum

Das Jahr 2016 war ein gutes Jahr für Dortmund. Die Entwicklung unserer Stadt lässt sich treffend mit „Dortmund wächst!“ beschreiben. Das fängt an mit der Einwohnerzahl Dortmunds. So haben wir im September 2016 erstmals seit 20 Jahren die „600.000-er Marke“ überschritten. Damit sind wir zur einwohnerstärksten Kommune der Metropole Ruhr geworden. Stand 30.11.16 lebten 601.148 Menschen in Dortmund – und die Tendenz ist steigend. Dabei ist der Anstieg der Dortmunder Bevölkerung keinesfalls nur auf Flüchtlinge zurück zu führen, die in Dortmund eine neue Heimat gefunden haben. Unsere Einwohnerzahlen steigen bereits seit 10 Jahren kontinuierlich an. Immer mehr Menschen erkennen, dass Dortmund eine lebendige und attraktive Großstadt ist. Vor allem junge Leute und Familien ziehen wegen der urbanen Qualitäten, die wir hier bieten, in unsere Stadt. Hier finden sie gute Arbeit, bezahlbaren Wohnraum und es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten.

Weitere Zeichen unseres Wachstums sind die Ausweitung von Siedlungsflächen, der Ausbau von Infrastruktur und die Schaffung neuen Wohnraums. Insbesondere den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen treiben wir voran.

Wirtschaft

Auch die Dortmunder Wirtschaft steht gut da. Wie eine aktuelle Umfrage der IHK zu Dortmund ergeben hat, sind die Dortmunder Unternehmen ausgesprochen zufrieden. Mit Stolz können wir behaupten: Die Talsohle im Strukturwandel haben wir aus eigener Kraft durchschritten. Die Unternehmensinvestitionen weisen für 2016 ein dickes Plus auf. Zum einen sind viele neue Unternehmen nach Dortmund gekommen. Das fängt an mit den „Großen“ wie Amprion und Nordwest-Handel auf Phoenix West oder Amazon und Decathlon auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte und reicht bis zur neuen Bundesbank-Filiale an der Stadtkrone-Ost. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Betriebe, Start-ups und Zulieferfirmen. Vor allem der Trend zu Neugründungen junger Firmen ist ungebrochen. Die Sparkassen-Akademie am Phoenix See wurde übergeben und nimmt zum 1. Januar 2017 Betrieb in Dortmund auf. Dortmunder Traditionsunternehmen wie Wilo bekennen sich als Weltmarktführer im Pumpenbau ganz klar zu Dortmund und expandieren. Weitere tragende Säulen der Dortmunder Wirtschaft bleiben der Handel und das Handwerk.

Viele Dortmunder Unternehmen erfinden sich gerade neu und passen sich damit dem Markt an. Auch das ist Teil ihres Erfolges. Die Dortmunder Wirtschaft steckt voller Dynamik. So kommt es sicherlich nicht von ungefähr, dass der US-Botschafter John B. Emerson unsere Stadt bei seinem Besuch im Juni 2014 wegen der Gründungsdynamik als „Silicon Dortmund“ bezeichnet hat.

Arbeitsmarkt

Die positive Entwicklung der Wirtschaftskraft unserer Stadt spiegelt sich auch in den Beschäftigungszahlen wider. Mit derzeit rund 330.000 Erwerbstätigen – davon ca. 225.000 in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen – liegt die Beschäftigungsquote sogar höher als vor dem Strukturwandel im Jahr 1980. Die Arbeitslosenquote ist im letzten Jahr um rund ein Prozent gesunken und lag im November 2016 bei 11,2 %. Etwa 1.700 Menschen konnten in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Damit ist die Langzeitarbeitslosigkeit etwas zurückgegangen, aber mit rund 15.000 Betroffenen noch immer zu hoch. Da gibt es nichts zu beschönigen. Daher haben wir sehr akribisch an einem Konzept für ein kommunales Arbeitsmarktprogramm gearbeitet. Langfristig gesehen wird es dazu beitragen, die Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen und Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Kultur

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Dortmund ist eine Stadt, in der feste gearbeitet wird, die aber auch Feste feiern kann. So hat es im Jahr 2016 in Dortmund neben „altbekannten“ Veranstaltungen auch zahlreiche neue Formate gegeben. Da denke ich zum Beispiel an unser Festival „DortBunt“, das im Mai mit Musik, Kultur und Information die ganze Vielfalt unserer Stadt gezeigt hat. Premiere hatten auch das „E-Bike-Festival“ und die „Cityring-Konzerte“ mit den Dortmunder Philharmonikern.

Grund zum Feiern gab es für das „Dortmunder U“. Es wurde von einer hochkarätigen Expertenjury mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien zur „Europäischen Kulturmarke des Jahres 2016“ gekürt. Aber auch das Deutsche Fußballmuseum hat allen Grund zur Freude. Weit über 200.000 Eintrittskarten wurden im Eröffnungsjahr verkauft. Damit zählt das Museum auf Anhieb zu den besucherstärksten der Region. Das zeigt: Das Konzept ist aufgegangen. Das Museum hat überregionale Strahlkraft, etwa ein Drittel der Besucherinnen und Besucher kommen von außerhalb zu uns nach Dortmund. So ist das Museum ein Kristallisationspunkt für den Tourismus in Dortmund.

Tourismus

Doch auch die anderen Dortmunder „Highlights“, wie beispielsweise der Phoenix-See, die Zeche Zollern, der Weihnachtsmarkt oder die Spiele des BVB im Signal-Iduna-Park, locken Touristinnen und Touristen in unsere Stadt. Sie sorgen für einen stetigen Anstieg der Übernachtungszahlen in Dortmund. Den Übernachtungsrekord von 1.134.632 aus dem Jahr 2015 werden wir in diesem Jahr garantiert knacken. Die Übernachtungszahlen werden sicherlich weiter steigen. Im November 2016 war Dortmund erstmals Gastgeber für den „Deutschen Tourismustag“, zu dem rund 500 Tourismusexperten aus dem ganzen Land anreisten. Sie bestätigten uns, dass Dortmund ein Städtereiseziel mit außerordentlichem Potential ist und waren überrascht vom umfangreichen touristischen Angebot und der modernen Urbanität unserer Stadt. Diesen positiven Eindruck von Dortmund werden sie weitergeben und kräftig die Werbetrommel für Dortmund rühren.

Sport

Dortmund kann jedoch nicht nur Tourismus, Dortmund kann auch Sport. Das beweisen die zahlreichen Dortmunder Sportlerinnen und Sportler, die im Jahr 2016 viele Erfolge erzielt haben. Allen voran sind die Sportlerinnen und Sportler des Olympiastützpunktes Westfalen zu nennen. Sie sind mit 24 Medaillen von den Olympischen Sommerspielen und den Paralympics 2016 aus Rio zurückgekehrt. Das war knapp ein Viertel aller deutschen Medaillen insgesamt!

Diese Erfolge bestätigen einmal mehr den guten Ruf des Olympiastützpunktes Westfalen mit seinen Teilbereichen Dortmund, Bochum, Warendorf und dem Hochsauerland. Hier wird in den jeweiligen Schwerpunktsportarten hervorragende Arbeit geleistet. Damit ist und bleibt er der Knotenpunkt für den Spitzensport der Region.

Darüber hinaus wurden die U19-Spieler des BVB Deutscher Fußballmeister, das U19-Team der Dortmunder Giants wurde Deutscher Vize-Meister im American Football und Gina Lückenkemper wurde zweifache Deutsche Meisterin bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften 2016. Der Dortmunder Boxerin Christina Hammer gelang in diesem Jahr ein „Doppelschlag“: Sie hält nun sowohl den Weltmeistertitel der WBO als auch der WBC und ist damit die ungeschlagene „Königin des Mittelgewichts“ im Boxsport.

Ehrenamt

Ein wichtiges gesellschaftliches Thema in Dortmund war im Jahr 2016 erneut das Ehrenamt. In unserer Stadt ist ehrenamtliches Engagement für viele Bürgerinnen und Bürger eine Selbstverständlichkeit. Das macht sie zu einer wichtigen Stütze der Gesellschaft. Ihr freiwilliger Einsatz erstreckt sich über viele Bereiche – vom Sport über Kultur bis hin zur Flüchtlingshilfe. Viele Projekte wären ohne diesen Einsatz oftmals gar nicht realisierbar. Dieses Engagement im Sinne des Gemeinwohls verdient großen Dank und Anerkennung.

Partnerstädte

Auch die guten Kontakte zu unseren neun Partnerstädten profitieren vom ehrenamtlichen Engagement. Diese Kontakte haben wir im Jahr 2016 weiter ausgebaut. Neben der „Trabzon-Messe“, die zu Beginn des Jahres erstmals außerhalb der Türkei in den Dortmunder Westfalenhallen stattfand, kam es zu zahlreichen weiteren Begegnungen auf kultureller, sportlicher und wirtschaftlicher Ebene. Dem Austausch messen wir auch zukünftig große Bedeutung bei. Im kommenden Jahr stehen die Städtepartnerschaften zu Xi‘an in China und zu Rostow am Don ganz besonders im Fokus. Mit Xi‘an sind wir dann seit 25 Jahren partnerschaftlich verbunden und mit Rostow sogar bereits seit 40 Jahren!

Kultur

Der Blick auf den City-Veranstaltungskalender für das Jahr 2017 verspricht viel Abwechslung. Ein Ereignis folgt dem Nächsten. So freuen wir uns auf Neuauflagen des E-Bike-Festivals, des Festivals DortBunt und der Cityring-Konzerte. Dazu kommen beliebte Events wie die Gourmet-Feste Dortmund à la carte und GourmeDo, das KLANGVOKAL Musikfestival, das MICRO!Festival, die DEW-Museumsnacht, der Hansemarkt und selbstverständlich der Weihnachtsmarkt. Eine Mischung aus Sport und Kultur bieten die Ruhr-Games vom 15. bis 18. Juni. Eine spannende neue Veranstaltung wird es am 17.9. mit dem „Urban Trail“ geben. Dabei handelt es sich um einen besonderen Entdeckungslauf durch die Stadt. Das Motto lautet: „Kultur auf Laufschuhen“. Wir alle dürfen gespannt sein auf den bunten Veranstaltungsreigen, der uns in Dortmund im kommenden Jahr erwartet. Starten Sie durch und lassen sich überraschen – und halten Sie sich vorsichtshalber auch schon mal die Wochenenden 20./21. Mai und 27./28.Mai sowie das erste Juni-Wochenende frei: Vielleicht überrascht uns dann der BVB und wir haben eine weitere Gelegenheit, um kräftig zu feiern.

Ausblick

Im Jahr 2017 wollen wir die in diesem Jahr erlebten und spürbaren Fortschritte bestätigen. Mit dem Zukunftsprogramm „Dortmund – eine wachsende Stadt“ werden wir dafür sorgen, dass sich der positive Wachstumstrend weiter fortsetzt. Wir erwarten sowohl einen Anstieg der Bevölkerungszahl, als auch Zuwächse bei der Wirtschaft. Den Abbau der Arbeitslosigkeit werden wir weiter vorantreiben. Vielfalt und soziale Gerechtigkeit bestimmen weiterhin unser Handeln.

Doch um unsere Pläne zu realisieren, müssen wir selbstbestimmt und handlungsfähig bleiben. Das funktioniert nur mit einem genehmigten Haushalt. Trotz schwieriger finanzpolitischer Rahmenbedingungen ist es uns auch im Jahr 2016 wieder gelungen, einen genehmigungsfähigen Haushalt im Rat zu verabschieden. Damit sind wir in der Metropole Ruhr die Ausnahme, denn wir schaffen es aus eigener Kraft. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern werden wir auch zukünftig daran arbeiten, unsere Stadt attraktiv und lebenswert zu gestalten und ich bin davon überzeugt, dass wir Ende 2017 wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurück blicken können. Bei allen, die uns in diesem Jahr an vielen Stellen unterstützt haben, Dortmund weiter voran zu bringen, bedanke ich mich ganz herzlich.

Ihnen, liebe Dortmunderinnen und Dortmunder, wünsche ich für das Jahr 2017 alles Gute, viel Glück und vor allem Gesundheit.

Mit herzlichen Grüßen Ihr

Ullrich Sierau

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