Das Kreuzviertel - Dortmunds "In"-Quartier

Stadtteil-Serie / Folge 51

Das Kreuzviertel ist das "In"-Viertel der Stadt. Und das nicht nur als Wohnquartier, sondern auch als Ausgehmeile mit außergewöhnlichen Geschäften, Cafes und Restaurants.

DORTMUND

, 21.07.2015, 00:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wohlgeordnet und mit viel Grün: So zeigt sich das Kreuzviertel aus der Luft. In der Bildmitte unten ist der Kleingartenverein Gildenpark, links der Südwestfriedhof zu sehen. Zentrale Verkehrsachse ist die Lindemannstraße.

Wohlgeordnet und mit viel Grün: So zeigt sich das Kreuzviertel aus der Luft. In der Bildmitte unten ist der Kleingartenverein Gildenpark, links der Südwestfriedhof zu sehen. Zentrale Verkehrsachse ist die Lindemannstraße.

Kurzbiografie des Stadtteils

Das Kreuzviertel ist eines der begehrtesten Wohnquartiere Dortmunds. Entsprechend hoch sind hier auch die Wohnkosten. Im Herzen des Quartiers rund um die Kreuzkirche reihen sich schmucke Altbauten aneinander. Viele kleine Geschäfte und Lokale machen das Viertel zu einem beliebten Einkaufs- und Ausgehviertel.

Das spätere Kreuzviertel entstand ab 1874, nachdem die Bahntrasse der Rheinischen Eisenbahn zum Dortmunder Südbahnhof eröffnet worden war - heute fährt hier die S-Bahn-Linie 4. Besonders in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden hier zahlreiche Häuser gebaut, vor allem für gut verdienende Beamten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Quartier nicht so stark zerstört wie die City und danach weitestgehend nach den alten Plänen wieder aufgebaut.

Lage

Das Quartier liegt zentral zwischen der City und der B1. Direkt auf der anderen Seite der Verkehrsachse liegen die Westfalenhallen und das BVB-Stadion – was bei Heimspielen die ohnehin schon schwierige Parkplatzsituation noch weiter verschlechtert.

Über die exakten Grenzen des Kreuzviertels lässt sich trefflich streiten. Puristen blicken nur auf das Quartier zwischen Hoher Straße und Lindemannstraße, andere gehen im Westen bis zur Großen Heimstraße oder ganz Großzügige darüber hinaus bis in den Bereich Tremonia. Immerhin geht bis dahin auch die Kreuzstraße, die dem Viertel den Namen gegeben hat. 

Maßstab für unsere Grenzziehung ist der Statistische Bezirk der städtischen Statistiker. Der firmiert bei ihnen übrigens unter dem Titel Westfalenhalle.  

Verkehr

Der Stadtteil ist gut ans öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Es gibt mehrere Stadtbahn- und Bus-Haltestellen, dazu den S-Bahnhof Möllerbrücke.

Ausgehmöglichkeiten

Das Kreuzviertel hat eine der höchsten Kneipen-Dichten Dortmunds. Hier gibt es alles von urigen Stadtteil-Kneipen bis zu hippen Lokalen. Bei Heimspielen von Borussia Dortmund trinken die Fans in den Kneipen des Viertels gern das letzte Bier vor dem Stadion.

Einkaufsmöglichkeiten

Mehrere Supermärkte bis hin zu Bio-Läden, viele kleine Szene-Geschäfte, super! 

Wohnsituation

Das Herz des Kreuzviertels ist geprägt von vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern, größtenteils Gründerzeitbauten aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die Wand an Wand stehen. Das Viertel ist beliebt – was sich auch im Mietniveau widerspiegelt. Es ist eines der höchsten der Stadt.

In Richtung des Tremoniaparks im Westen lockert die Bebauung etwas auf, hier gibt es freistehende Mehrfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit mit viel Grün drumherum. Ein architektonisches Juwel ist der Althoffblock, ein in sich geschlossener Block aus dem Jahr 1911 mit 1600 Wohnungen, die ursprünglich für Industriearbeiter gedacht waren.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das ist das Kreuzviertel

Das Kreuzviertel gehört zu Dortmunds beliebtesten Stadtteilen. Wir haben einen Foto-Rundgang gemacht.
20.07.2015
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Das Kreuzviertel aus der Luft zwischen Südwestfriedhof (links), Westpark (oben) und Gildenpark (unten).© Neubauer
Die Kreuzkirche prägt das Viertel - nicht nur namentlich. © Dieter Menne Dortmund
Die Kreuzkirche prägt das Viertel - nicht nur namentliich. © Dieter Menne Dortmund
Der Vinckeplatz wird auch gern für Veranstaltungen genutzt - wie hier bei der Kreuzviertel-Nacht Anfang Juli.© Foto Barz
Beliebt sind die Cafes und Restaurants im Viertel nicht nur - wie hier - zur Kreuzviertel-Nacht. © Foto Barz
Beliebt sind die Cafes und Restaurants im Viertel nicht nur - wie hier - zur Kreuzviertel-Nacht.© Foto Barz
Bio-Läden gibt es im Kreuzviertel schon seit Jahrzehnten.© Foto Barz
Nette Cafes gibt es hier reichlich. © Foto Barz
Das Kreuzviertel ist auch die Hochburg der Fahrrad-Fahrer und der Grünen-Wähler. © Foto Barz
Geigenbau-Meister Volker Bley vor seiner Werkstatt. © Dan Laryea
Geigenbau-Meister Volker Bley in seiner Werkstatt. © Dan Laryea
Mechthild Kemper versorgt das Kreuzviertel seit 39 Jahren nicht nur mit Schreibwaren. © Dieter Menne
Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea
Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea
Probleme bereitet vor allem die Parkplatz-Not.© Dan Laryea
Nette Gastronomie gibt es reichlich im Viertel.© Dan Laryea
Nette Gastronomie gibt es reichlich im Viertel.© Dan Laryea
Nette Gastronomie gibt es reichlich im Viertel. Der Kreuzhof ist dabei eines der ältesten Lokale. © Dan Laryea
Außergewöhnliche Geschäfte beleben das Viertel. © Dan Laryea
Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea
Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea
Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea
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Schöne Altbauten prägen die Wohnstraßen des Kreuzviertels.© Dan Laryea

Familientauglichkeit

Hohe Wohnungsdichte, viele Kneipen, wenig Parkplätze – so schön das Kreuzviertel ist: Als Familie muss man hier mit einigen Einschränkungen leben. Auch gibt es in den wenigsten Altbauten einen Aufzug für Kinderwägen oder ähnliches. Etwas ruhiger und moderner geht es im westlichen Teil des Quartiers in Richtung Tremonia-Park zu.

Die Infrastruktur für Kinder ist gut: Es gibt drei Grundschulen und sechs Kindertagesstätten. Spielplätze gibt es u.a. am Neuen Graben, auf dem Vincke-Platz oder am Südwestfriedhof. Oder man nutzt den Westpark, der streng genommen zum Union-Viertel gehört.  

Leben im Alter

Barrierefreies Wohnen ist in den Altbauten mehr als schwierig. Ein Seniorenheim gibt es mit dem Fliedner-Heim am Rande des Kreuzviertels. An der Kreuzstraße liegt eine sogenannte Seniorenresidenz. Betreutes Wohnen über Sozialstationen gibt es im Althoff-Block und den angrenzenden Neubauten des Spar- und Bauvereins.

Die sonstige Infrastruktur für Senioren ist sehr gut: Die Supermärkte sind fußläufig zu erreichen, das Klinikum ist nahe, es gibt viele Arztpraxen.

Stadtteilleben

Das ist vielfältig. Es gibt mehrere Stadtteilfeste, etwa „Kreuzviertel bei Nacht“ oder „Kreuzviertel Live“, dazu das Kreuzstraßen-Stilleben oder das Straßenfest im Neuen Graben.

Unser Tipp

Erkunden Sie die grüne Lunge des Kreuzviertels, den Tremoniapark. Und nebenan lockt mit dem Vereinsheim im Kleingarten Tremonia ein Gartenrestaurant mit toller Speisekarte. Ansonsten flanieren Sie einfach ein bisschen durch die Straßenzüge, die zu den schönsten von ganz Dortmund gehören.

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