Das Leben besser meistern

Sie helfen Menschen, wenn für andere diese Unterstützung zu schwierig wird.

02.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nikita Levinson stößt mit seinem Projekt "Ambulantes betreutes Wohnen" (ABW) in Dortmund in eine Versorgungslücke. Das hatte auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe so gesehen, und die neue Einrichtung anerkannt. Die Hilfe richtet sich an psychisch- und suchtkranke Menschen, hier besonders an Migranten. Im Bereich des Missbrauchs von legalen Drogen gab es bislang in Dortmund keine speziellen Nachsorgeangebote für Mitbürger, die ursprünglich aus anderen Sprachräumen stammen, den früheren GUS-Staaten zum Beispiel.

Levinson selbst kam aus Russland nach Deutschland, und dies schon vor 14 Jahren. Der 37-jährige Erzieher spricht fließend Deutsch, hat reichlich Erfahrung in der Jugend- und Heimerziehung sowie in einem Wohnheim für mehrfach geschädigte Patienten gesammelt. Er ließ sich weiterbilden für die Leitung von Sozialeinrichtungen wie Alten- und Krankenpflege und baute ein Team aus mehrsprachigen Sozialpädagogen, -arbeitern, Krankenpflegern und Haushaltshilfen auf, das Hilfe rund um die Uhr gewährleistet.

Diese Hilfe in Anspruch nehmen derzeit mehrere Patienten, die vermutlich zu den typischen Adressaten der Levinsonschen Idee sein dürften: Männer, Mitte 50, seit vielen Jahrzehnten alkoholabhängig, teils schon von alkoholbedingten Gesundheitsschäden betroffen. Wenn ihre (Langzeit-)Entgiftung zu Ende geht, sie wieder ihr häusliches Umfeld im Alltag meistern müssen, beeinträchtigt durch schlechte Deutschkenntnisse, dann setzt die Hilfe von ABW an. Das Ziel ist die Gestaltung einer möglichst selbstständigen Lebensführung. ABW arbeitet eng mit verschiedenen Suchtkliniken zusammen. Wer Hilfe benötigt, macht einen Termin aus mit der Einrichtung von Nikita Levinson. Nach intensiver Beratung schnüren die Helfer ein individuell passendes Unterstützungs-Paket bis hin zum Bewilligungs-Antrag an den Landschaftsverband. bö

Nähere Infos, Tel. 5 80 35 35.

Lesen Sie jetzt