Günna ist ein Dortmunder Original. © Dieter Menne (Archiv)
Glosse: Wenn Sie Günna fragen...

Das Nachtleben muss man in Dortmund erstmal wieder wachküssen

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema heute: Dortmund und sein neuer Nachtbeauftragter.

Hömma, Fritz, ich hab wat übba Doatmund gelesen wat mich sonn bisken zum Nachdenken gebracht hat. Es gibt hier jetz nemmlich den ersten offiziellen Nachtbeauftragten für unsere Stadt der ein Spagat hinkriegen soll als Ansprechpartner für dat ausgehfreudige Patty-Volk auf der einen Seite und der zahlenmässich viel grösseren Gefolgschaft der Doatmunda die stattdessen lieber Ruhe verlangen und diese dann auch in vollen Zügen geniessen wolln.

Durch die vielen endlosen Lockdowns iss dat Städtchen voll vom Ausgeh-K.O. getroffen worden und die Nachteulen besuchten Samstachs stattdessen Yoga-Kurse zu ner Uhrzeit wo sie vor Corona grade ma aussem Disco-Club nach Hause schlurften. Ruhe wurde überall zur ersten Bürgerpflicht und die Leute entspannten im stillen Kämmerlein gezwungenermassen bis anne Grenze zur Bewusstlosichkeit und zu „Vamos a la Heia-oh-oh-oh-oh-oh“ wurde im Traum getanzt.

„Dem letzten bisken Nightlife inne Stadt wurde der Stecker gezogen“

Dem letzten bisken Nightlife inne Stadt wurde der Stecker gezogen und seit dem klang der Wetterbericht für Doatmund imma gleich: Nachts zunehmend dunkel! Da hätte man besser einen Gute-Nachtbeauftragten einstellen können als sonne Art Sandmännchen für Erwachsene weil sich die Leute ängstlich zu Hause einigelten und Abends ausgehen wie früher mit Theke trocken trinken so verpönt war wie ein Furz inne Kirche.

Irgendwann litten Teile des Jungvolks imma mehr unta dem Vollmondkoller und erfanden die „All-You-Can-Drink-Pattys“ anne Möllerbrücke wo es sich dann ziemlich knubbelte und Corona-Abstände wegen der Menge an feierbiestigen Brinkhoff-Rebellen nich mehr durchsetzbar warn. Erschwerend war auch dat es sich dabei um ne „Oben ohne Bar“ handelte denn übba der Brücke war kein Dach so dat sich die Gendermenschen und Latte Macchiato Fraktion aussem akademischen Rotweinmilieu im Kreuzviertel vonne allabendlichen Patty-Geräusche aggressionsbeschleunigt in ihre Ruhe gestört fühlten.

„…den Nachtbeauftragten hättesse besser ‚Weckmann‘ nennen solln“

Nachdem dann imma die Polizei dat bunte Treiben mit Nasenbruchfaktor abwürgte iss die Patty-Szene ins U-Museum umgezogen und da können sich die 50 Tausend Studenten und die 600 Tausend knötterigen Ureinwohner von Doatmund jetz in aller Ruhe Ausstellungen ankucken wie „Night Magic im New Yorker Studio 54“ odda auch „Hello Again“ wenn man lieber die heimische Clubkultur bevorzugt.

Hömma, Fritz, den Nachtbeauftragten hättesse besser „Weckmann“ nennen solln denn dat Nachtleben dat ne Großstadt eigentlich brauch wie die Luft zum atmen musse hier ersma widda wachküssen: Hallo Nachtleben. Kennze mich noch???

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