Udo Winterberg (r.) leitet die Projektgruppe Rathaussanierung. Zusammen mit dem Architekten Manfred Schoeps führt er durch die Großbaustelle am Friedensplatz. © Bastian Pietsch
Millionen-Sanierung

Das passiert auf Dortmunds prominentester Großbaustelle

Eines der bekanntesten Gebäude der Stadt wird aktuell für einen zweistelligen Millionenbetrag saniert. Ein Rundgang über eine Großbaustelle, von der man am Ende am besten nichts mehr sehen soll.

Die Großbaustelle, zu der das Dortmunder Rathaus seit einigen Monaten geworden ist, hüllt sich mittlerweile vollständig in einen Schleier. Was dahinter in dem prägnanten Gebäude am Friedensplatz passiert, ist anhand der Geräusche noch zu erahnen, zu sehen aber kaum. Dabei offenbaren sich die Ausmaße der Baustelle eigentlich auf den ersten Blick.

Udo Winterberg, Leiter der städtischen Projektgruppe zur Rathaus-Sanierung, und Manfred Schoeps vom Architekturbüro Schoeps und Schlüter setzen schon in der Bürgerhalle zur ersten Erklärung an, die deutlich macht, wie aufwändig die Baustelle ist. Über alle Etagen erstreckt sich ein monumentales Gerüst. „Ein Leergerüst“, wie beide erklären, „das nur dazu da ist, dass wir von unten an die Glaskuppel kommen.“

Erfolg ist, wenn die Arbeit unsichtbar wird

Die Kuppel, wie auch das gesamte Rathaus, ist 30 Jahre alt und wird im Rahmen der Sanierung bis auf die tragenden Elemente ersetzt. Auch die gesamte Haustechnik, alle Rohre und Leitungen werden ausgetauscht.

Dafür werden im gesamten Gebäude Wände aufgebrochen, andere werden ganz entfernt und neu gesetzt. „Für uns ist es eigentlich ein Erfolg, wenn man von unserer Arbeit hinterher nichts mehr sieht“, sagt Udo Winterberg. Denn die Maßgabe sei es, am Erscheinungsbild des Rathauses so gut wie nichts zu verändern.

So wurden zum Beispiel die auffälligen bunten Glasscheiben des Ratssaales extern eingelagert. Später soll die Glaskunst wieder an gleicher Stelle eingebaut werden. Das Mobiliar des Ratssaales ist mit Schutzfolien abgedeckt. Der Steinboden der Bürgerhalle ist während der Bauarbeiten mit Holzplatten geschützt.

Oben rum wird es grün

Eine auffällige optische Änderung wird es auf dem Dach des Rathauses geben. Die Terrasse, die aktuell noch mit Betonplatten ausgelegt ist, soll in großen Teilen begrünt werden.

Das helfe, die Wärmeinsel der Innenstadt aufzubrechen und reduziere zudem die Menge an Wasser, die vom Rathaus bei Regen in die Kanalisation abgeleitet wird, erklärt Udo Winterberg.

Auch am Brandschutz wird sich etwas ändern: In Bereichen vor den Fluchttreppen werden besondere Wände eingezogen, die 90 Minuten lang einem Feuer standhalten können. So zum Beispiel im Falle des Saals Rote Erde. „Dort können sich dann Personen, die nicht zur Eigenrettung in der Lage sind, weil sie zum Beispiel im Rollstuhl sitzen, sicher aufhalten und gerettet werden“, so Udo Winterberg.

Die Rathaussanierung, die einen zweistelligen Millionenbetrag kostet, wird noch eine Weile dauern. Im November 2022, so der Plan, sollen die Räume im frisch sanierten Rathaus wieder bezogen werden.

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch

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