Das sagen die Dortmunder zur Videobeobachtung

Brückstraßen-Viertel

Das Brückstraßen-Viertel ist ein zentraler Anlaufpunkt für viele Dortmunder. Die Polizei registriert dort relativ viele Raubüberfälle, Taschendiebstähle und andere Taten. Daher will sie noch in diesem Jahr mehrere Videokameras im Viertel installieren. Aber was sagen die Dortmunder dazu? Wir haben uns umgehört.

DORTMUND

von Lukas Wittland und Michael Schnitzler

, 18.04.2016, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Brückstraßen-Viertel will die Polizei Videokameras installieren.

Im Brückstraßen-Viertel will die Polizei Videokameras installieren.

An welchen Wänden oder Masten die Kameras hängen sollen, steht noch nicht fest. Klar ist aber: Im Zuge des auf ein Jahr befristeten Projekts wird die Polizei im Brückstraßen-Viertel auch mehr Personal einsetzen. Denn wenn ein Polizist in der Leitstelle auf von den Kameras übertragenen Bildern zum Beispiel einen Raubüberfall sieht, soll er direkt in der Nähe eingesetzte Kollegen verständigen.

Obwohl noch viele Fragen und Details ungeklärt sind, haben wir Brückstraßen-Besucher und Gastronomen einmal nach ihrer Meinung zum geplanten Kameraeinsatz und der Kriminalität auf der Brückstraße gefragt.

Stimmen zur Videobeobachtung

  • Der 24-jährige Dortmunder Maximilian van den Boom sagt: „Ich sehe keine Notwendigkeit, hier Kameras zu installieren. Hier gibt es auch nicht mehr Gewalt als anderswo. Ich fühle mich hier wohl, aber ich fühle mich garantiert nicht wohler, wenn hier überall Kameras hängen.“
  • Auch Alexander Unfericht, einer der Geschäftsführer von „Food Brother“, sagt: „Ich finde nicht, dass Videokameras nötig sind.“ Er halte das Viertel nicht für gefährlich. Im Übrigen würden die schon bisher eingesetzten Polizisten einen guten Job machen. Unfericht, der mit seinen Geschäftspartnern auch den Kiosk AMK („Alle möglichen Kleinigkeiten“ betreibt, sagt, dass sich viele Kunden kritisch über die Videokameras äußerten. „Es könnte passieren, dass der ein oder andere deshalb wegbleibt.“  
  • Dass Videokameras Kunden abschrecken könnten, glaubt Matthias Strasser, einer der Geschäftsführer des „Chill‘R“ (Burger Diner, Bar, Café) hingegen nicht. Auch er sei zwar der Ansicht, dass Kameras im Viertel nicht nötig sind, sagt aber: „Ich habe da kein Problem mit, wenn es der Sicherheit dient. Schaden kann es nicht.“  
  • „Alleine würde ich als Mädchen jetzt nicht unbedingt auf der Brückstraße herumlaufen“, sagt die Studentin Katharina Faller (20). Einerseits. Andererseits sagt sie auch: „Aber ich habe mich hier noch nie angegriffen gefühlt.“ Über die Kameras sagt sie: „Im Nachhinein helfen Kameras vielleicht, um den Täter zu finden, aber direkt, wenn jemand angegriffen oder bestohlen wird, helfen Kameras nicht sehr. Ich glaube, die meisten hält es nicht davon ab, Straftaten zu begehen. 
  • André Magulske (24) befürwortet die geplante Kamerabeobachtung: „Ich finde das nicht verkehrt. Hier ist manchmal schon einiges los. Mich persönlich stört es auch nicht, gefilmt zu werden, wenn ich hier etwas esse. Und Kriminelle schreckt es vielleicht schon ab.“  
  • Mehmet Kurt arbeitet seit sieben Jahren in einem der Dönerläden auf der Brückstraße. Er sagte: „Manchmal gibt es hier Schlägereien auf der Straße, aber früher war das häufiger. In den letzten zwei Jahren ist es eher immer ruhiger geworden. Den Einsatz von Kameras finde ich trotzdem gut – wegen der vielen Taschendiebstähle.“  
  • Jan Meier (36) ist gegen die Kamerabeobachtung: „Ich denke, dass das Sicherheitsgefühl dadurch nicht gefördert wird und die Stadt sich andere Dinge einfallen lassen sollte. Ich persönlich habe hier noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und ich lebe jetzt seit 15 Jahren in Dortmund. Durch die Kame-raüberwachung ist es definitiv so, dass immer mehr in die Privatsphäre eingegriffen wird.“ 
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