Betrugsskandal: Buchhalter soll 1,2 Millionen an Johannes-Hospital zurückzahlen

mlzJohannes-Gesellschaft

1,2 Millionen Euro – so viel Geld soll ein Mitarbeiter der Johannes-Gesellschaft veruntreut haben. Vor Gericht wurde deutlich, wie trickreich der Buchhalter jahrelang vorgegangen sein muss.

Dortmund

, 25.07.2019, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Buchhalter soll ein langjähriger Mitarbeiter der St. Johannes-Gesellschaft rund 1,2 Millionen Euro veruntreut haben. Jetzt hat das Arbeitsgericht ein erstes Urteil gefällt.

Weil der Ex-Buchhalter am Donnerstag nicht zu der Güteverhandlung am Dortmunder Arbeitsgericht erschien, erließ Richterin Dr. Meike Kirchner ein sogenanntes Versäumnisurteil. Darin ist festgehalten, dass der frühere Mitarbeiter der Johannes-Gesellschaft den kompletten Schaden wiedergutmachen muss. Ob er dazu allerdings in der Lage ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ex-Buchhalter erscheint nicht

In der Verhandlung, die ohne die Hauptperson und ohne einen von dieser beauftragten Anwalt stattfand, wurde deutlich, wie trickreich der Buchhalter über die Jahre hinweg vorgegangen sein muss. Zunächst soll er ab 2010 Rechnungen der tatsächlich von der Johannes-Gesellschaft beauftragten Wäscherein regelmäßig so verändert haben, dass in den Büchern zusätzliche Papiere auftauchten. Auf diesen soll der Mann den Namen der Wäscherei geringfügig verändert und eines seiner Privatkonten als Bestimmungsort der Zahlung angegeben haben.

Wäscherei-Rechnungen erfunden?

Erst nach Jahren kam bei der Johannes-Gesellschaft dann der Verdacht auf, dass im Bereich der Wäscherei etwas schieflief. Auf den Hinweis, man müsse sich die Vorgänge der vergangenen Jahre mal genauer angucken, weil die Kosten für externe Wäschereien massiv angestiegen seien, soll der Buchhalter dann seinen Trick verändert haben.

Laut Johannes-Gesellschaft und deren Anwalt Ulrich Rehborn soll der langjährige Mitarbeiter dann ein regelmäßig beauftragtes Taxiunternehmen ins Visier genommen haben. Angeblich erfand er zahlreiche Fahrten und veränderte für diese einzelnen Überweisungen die Einträge im Computer. „Er hat die Stammdaten kurz gelöscht, sein eigenes Konto eingegeben, die Überweisung ausgeführt und anschließend wieder alles rückgängig gemacht“, so Rehborn.

Bei Taxiunternehmen flog alles auf

Erst im Dezember 2018 meldete sich schließlich eine Mitarbeiterin des Taxiunternehmens bei der Johannes-Gesellschaft, weil eine der Buchungen wohl falsch geleitet worden war. Der Anruf erreichte jedoch nicht den Hauptbuchhalter, sondern eine Kollegin. Diese forschte nach - und deckte den ganzen Skandal auf. „Beim Mitarbeitergespräch am nächsten Tag hat der Mann dann alles zugegeben“, sagte Anwalt Rehborn. Lediglich die Höhe der veruntreuten Summe habe er damals noch nicht sofort bestätigen können.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue sind dennoch noch nicht abgeschlossen. Dem Ex-Buchhalter droht eine Anklage vor dem Landgericht und eine Haftstrafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der Mann soll inzwischen auch nicht mehr in Dortmund wohnen, sondern vor Wochen ins Rheinland umgezogen sein.

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