Das wünschen sich die Dortmunder Unternehmen von den künftigen Ratsmitgliedern

mlzIHK-Jahresempfang

Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung, Fachkräftemängel, Klimaschutz – das waren nur vier der Themen beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund mit mehr als 700 Gästen.

Dortmund

, 02.12.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Konjunktur zeigte auch beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund am Montag (2.12.) erste Schleifspuren. In den vergangenen zehn Jahren konnten IHK-Präsident Herbert Dustmann und sein Vorgänger Udo Dolezych immer mit positiven Nachrichten zur Konjunkturumfrage und einer moderat wachsenden Zufriedenheit der Unternehmen aufwarten – in diesem Jahr war das nur eingeschränkt der Fall.

Waren es zu Jahresbeginn noch fast 95 Prozent der befragten Unternehmen, die ihre geschäftliche Lage als gut oder befriedigend einstuften, so sind es jetzt nur noch knapp über 92 Prozent. „Aber immer noch ein toller Wert“, betonte Herbert Dustmann vor mehr als 700 Gästen im großen Saal der IHK.

Wirtschaftliche Lage nicht schlecht reden

Auch die Erwartungen an die künftige Entwicklung liegen mit 83 Prozent unter den Ergebnissen des Vorjahrs (93 Prozent). Während der Handel und die Dienstleistungsbranche noch zufrieden sind, gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen in der Industrie.

Dennoch: Mit Blick auf das Allzeithoch vor einem Jahr relativierte Dustmann: „Wir müssen die wirtschaftliche Lage nicht schlechter reden, als sie ist.“

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Die Kommunalwahlen im September nächsten Jahres vor Augen, skizzierte der IHK-Präsident schon mal die Forderungen beziehungsweise Erwartungen der Wirtschaft an die künftigen Mandatsträger – ebenfalls Erkenntnisse aus der Konjunkturumfrage.

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Über 700 Gäste tummelten sich in dem großen Saal. © Stephan Schütze

Danach steht die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ganz oben auf der Wunschliste – ein Dauerbrenner –, auch wenn nach der Mercator-Studie unter der Leitung des ehemaligen NRW-Verkehrsministers Christoph Zöpel „die Staus auf unseren Straßen nicht so schlimm sind wie in anderen Metropolen“, sagte Dustmann und fügte hinzu: „Na ja, außer auf der B1 mit jetzt schon gefühlten drei Ampeln.“

Digitale Infrastruktur

Darüber hinaus setzen die Unternehmen auf die digitale Infrastruktur. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund, der Leitstelle Energiewende und dem IT-Spezialisten Cisco habe sich die IHK aufgemacht, die westfälische Metropole zur Smart City zu entwickeln, so Dustmann: „Das Thema Smart City steht ganz oben auf unserer Agenda. Ziel muss sein, das Ruhrgebiet von Dortmund bis Duisburg komplett zu digitalisieren.“

Der IHK-Bezirk nehme beim Thema Digitalisierung eine Vorreiterrolle ein, sagte Dustmann. Von diesen Erfahrungen könne das gesamte Ruhrgebiet lernen und profitieren. Im Verkehrsbereich zum Beispiel, gehe es nicht nur um die Steuerung von Verkehrsströmen, sondern auch um nachhaltigen Klimaschutz.

Die IHK-Unternehmen seien sich ihrer Verantwortung für die Umwelt voll bewusst. Dustmann: „Wir haben gerade in der Vollversammlung die neuen energie- und klimapolitischen Positionen für NRW verabschiedet.“

Gewerbeflächen fehlen

Des Weiteren hoffen die Betriebe auf eine Entlastung von Steuern, Bürokratie und Regularien. Drängende Probleme sehen sie auch beim Fachkräfte- und Facharbeitermangel sowie beim Angebot bezahlbarer Gewerbeflächen. Im IHK-Bezirk fehlten rund 800 Hektar potenzieller Gewerbeflächen, warnte der Präsident.

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Der Popchor „Clara‘s Voices“ sorgte für die musikalische Untermalung. © Stephan Schütze

Im nächsten Jahr feiert die IHK zu Dortmund ein kleines Jubiläum. „Denn dann haben wir zehn Jahre hintereinander jedes Jahr über 5000 neu eingetragene Berufsausbildungsverhältnisse erreicht“, freute sich Dustmann. Noch stärkeres Gewicht werde aber in Zukunft der Fachkräftesicherung zukommen.

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Gemeinsam mit den Arbeitsagenturen Dortmund und Hamm, dem DGB, dem Einzelhandelsverband und der Handwerkskammer werde die IHK im Januar das „Bündnis für Fachkräfte Westfälisches Ruhrgebiet“ etablieren.

Die Rede des IHK-Präsidenten war musikalisch umkränzt vom Popchor „Clara‘s Voices“, am Ende mit dem symbolträchtigen Lied: „You‘ll never walk alone“. Das gilt laut Präsident auch für die Mitglieder und Gäste der IHK.

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