Über tausend Motorradfahrerinnen und -fahrer demonstrierten am Sonntag (1.8.) mit einem kilometerlangen Korso in Dortmund und Lünen für ihre Rechte. © Schaper
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Demo-Zug aus mehr als 1200 Motorrädern wurde zeitweise 5 Kilometer lang

Drei Stunden lang waren am Sonntag (1.8.) über 1200 Motorräder in Dortmund und Lünen unterwegs. Das Zusammentreffen war allerdings nicht als Spazierfahrt gedacht, sondern verfolgte ein Ziel.

Rund 1.250 Motorräder, aber auch Trikes und Quads, machten am Sonntagmittag (1.8.) lautstark mit einem Korso im Dortmunder Stadtgebiet auf sich aufmerksam.

Am Vormittag versammelten sich knapp 1.700 teilnehmende Fahrerinnen und Fahrer für die Demonstration auf dem Parkplatz E2 der Westfalenhallen an der Victor-Toyka-Straße.

Ein Unfall stoppte den Korso

Der Motorrad-Korso fuhr von dort aus gegen 12 Uhr los. Es ging über die Ardeystraße und die Hohe Straße in Richtung Wallring. Als die Spitze des Korsos dort ankam, hatte ein Großteil der Motorräder noch gar nicht den Parkplatz E2 verlassen – so groß war die Versammlung. Die Polizei sprach zwischenzeitlich von einem fünf Kilometer langen Tross.

Vom Hiltropwall ging es dann für die Motorradfahrerinnen und -fahrer über die Rheinische Straße und die Unionstraße zur Westfaliastraße am Hafen vorbei nach Dorstfeld. Nach ein paar weiteren Abbiegungen kam es dann auf der Emscherallee bei Nette zu einem Unfall.

Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte eine Frau mit ihrem Motorrad und verletzte sich schwer. Der Korso musste kurz stoppen, um Platz für einen Rettungswagen zu machen, der die Frau ins Krankenhaus brachte. Dann zog der Motorradkorso weiter.

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Kilometerlanger Motorradkorso durch Dortmund und Lünen

Für Flutopfer, gegen Motorrad-Gesetze

Einen Zwischenstopp machte die große Gruppe dann in einem Industriegebiet an der Brambauerstraße in Lünen. Dort gab es eine Zwischenkundgebung: Bei einer Gedenkminute erinnerten die Biker an verunglückte Motorradfahrer und gedachten der Opfer des Sturmtiefs „Bernd“.

Für die Menschen, deren Häuser und Wohnungen durch das Unwetter schwer beschädigt worden sind, wurden bei der Versammlung Spenden gesammelt.

Aus Lünen fuhr der Motorradkorso dann wieder in Richtung Dortmund. Über die B236 ging es durch Brackel auf die B1 und die Ruhrallee zurück zum Parkplatz E2. Dort fand die Versammlung gegen 15 Uhr ihr Ende – nach fast 40 Kilometern zurückgelegter Strecke.

Für den Motorradkorso sperrte die Polizei den Verkehr, weshalb es kurzzeitig zu Staus kam. Sonst sei die Versammlung aber friedlich und störungsfrei verlaufen, heißt es von der Polizei. Diesen Eindruck hatte auch Organisator Carsten Jankowski: „Wir freuen uns, dass es im Großen und Ganzen so gut über die Bühne gegangen ist. Es hat alles super funktioniert.“ Man wolle jetzt in den Dialog treten, sagt der Dortmunder.

Der Korso hatte das Ziel, auf mögliche Einschränkungen für Biker aufmerksam zu machen – einseitige Fahrverbote oder Streckensperrungen zum Beispiel.

Ob die Motorradfahrerinnen und -fahrer damit Erfolg hatten, wird sich zeigen. Aufmerksamkeit haben sie definitiv bekommen. An den Straßen und auf den Fußgängerbrücken waren einige interessierte Menschen zu sehen, die sich das laute Spektakel angeschaut haben.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers

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