Der Demozug führt unter anderem über die Rheinische Straße. © Stephan Schütze
Seebrücke-Protest

Demonstrations-Zug in der Innenstadt: Wichtige Straßen waren betroffen

Etwa 150 Menschen demonstrieren auf Initiative der Seebrücke in der Innenstadt. Nach einer Kundgebung im Westpark führte der Demo-Zug über wichtige Straßen in der City.

Mehrere Gruppen haben auf Initiative der Organisation „Seebrücke“ auf die Lage von Geflüchteten in der Welt aufmerksam gemacht. Etwa 150 Menschen versammelten sich dazu am Samstagmittag im Westpark. Von dort ging es nach einer Kundgebung in Richtung City.

Der Demozug führte über Möllerstraße und Rheinische Straße auf den Wall. Die Straßen waren zeitweise durch die Polizei gesperrt.

Mit dem Banner, das an Geflüchtete erinnern soll, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrunken sind, sind die Teilnehmer im Westpark gestartet.
Mit dem Banner, das an Geflüchtete erinnern soll, die im Mittelmeer auf der Flucht ertrunken sind, sind die Teilnehmer im Westpark gestartet. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Über die Kuckelke und Kleppingstraße ging es zum Rathaus auf den Friedensplatz, wo es eine weitere Kundgebung gab.

Pfarrer Paul Stamm vor dem Plakat, auf das die Demo-Teilnehmer Namen von Ertrunkenen aufgeschrieben haben. Dieses Banner wird in einem Demonstrationszug durch die Stadt getragen. Die Evangelische Kirche unterstützt die Aktion.
Pfarrer Paul Stamm vor dem Plakat, auf das die Demo-Teilnehmer Namen von Ertrunkenen aufgeschrieben haben. Dieses Banner wird in einem Demonstrationszug durch die Stadt getragen. Die Evangelische Kirche unterstützt die Aktion. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Ursprünglich war die Abschlusskundgebung an der Reinoldikirche geplant. Wegen des Pop-Up-Gartens und einer Baustelle ist dort aber zu wenig Platz, weswegen die Veranstalter in Absprache mit der Polizei auf den Friedensplatz auswichen.

Bundesweit hatte die Organisation Seebrücke am Wochenende zu derartigen Veranstaltungen aufgerufen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Menschen, die auf ihrer Flucht im Mittelmeer strandeten. So war eine der Forderungen auch bei der Veranstaltung im Westpark, die Seenotrettung zu entkriminalisieren.

Für die 35.597 Toten unter den Geflüchteten stand ein großes Banner, auf das die Teilnehmer der Veranstaltung jeweils einen Namen eines gestorbenen Geflüchteten eintragen konnten. Ein lange Liste an Namen. Dieses große Banner trugen die Demonstranten schließlich vom Westpark auf den Friedensplatz, wo die Teilnehmer ihre Forderungen erneut vortrugen. Das Sterben an den Grenzen solle beendet werden, hieß es.

Seenotrettung als Schwerpunkt

Rednerin Birgit rief die Staatschefs der europäischen Länder dazu auf, sich um die Ankommenden zu kümmern. Sie berichtete vom Seenotretter-Schiff Sea Watch 4, das auf Initiative des Evangelischen Kirchentags seine Fahrten aufgenommen hat. 400 Geflüchtete habe die Besatzung bereits retten können. Diese Menschen befänden sich nun in Quarantäne oder warteten auf ihre Abschiebung. Den Regierenden rief sie zu: „Nehmt diese Menschen auf.“

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Demo in der Innenstadt

Abdul von Train of Hope verwies auf die besondere Lage Geflüchteter, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren könnten, ohne Repressalien oder Tod fürchten zu müssen. Sie erführen aber auch keine Akzeptanz in den Ländern, in die sie nun gekommen seien.

Die Dortmunder Musikerin und Musiktherapeutin Zeynab Lax berichtete von ihrem Besuch in Moria, wo sie – wie im Westpark auch – mit ihrer Harfe Musik machte. „Ich habe zehn Minuten gespielt, die Kinder von Moria haben eine solche Bindung zu mir aufgebaut wegen der Musik, sie wollten mich nicht mehr gehen lassen.“

Bei einer Veranstaltung vorher in der Reinoldikirchen wurden viele Namen Ertrunkener vorgelesen – zwei Stunden lang.

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Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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