Den Tod der Kinder immer vor Augen

Ist das auszuhalten? In einer Dortmunder Familie leben zwei Mädchen, drei und sieben Jahre alt. Beide werden sterben. Sie leiden an einer unbehandelbaren Stoffwechselerkrankung.

17.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Familie hält ihr Schicksal aus, muss es. Aber sie hat Hilfe, auf die sie sich verlassen kann. Regelmäßig kommt Stefanie Issner vorbei, 45 Jahre alt, Mutter von zwei Söhnen (22 und 13) und einer Tochter (19). Sie ist Begleiterin im Dienste der Kinder- und Jugend-Hospizarbeit der Malteser, gründlich ausgebildet und vorbereitet auf ihre schwere Aufgabe.

Der ambulante, für Eltern kostenfreie Dienst bietet als einziger in Dortmund Begleitung von Familien, in denen Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung leben. Koordiniert wird er durch den Diplom-Pädagogen Thorsten Hillmann. Aufgebaut ab März letzten Jahres, kann sich Hillmann inzwischen auf 13 Begleiter verlassen, fast durchweg Frauen. Sie garantieren psychosoziale Unterstützung der Erkrankten, ihrer Mütter und Väter, Geschwister sowie Nahestehenden.

Zurzeit sind es drei Kinder. Neben den beiden Mädchen unterstützt der Dienst auch die Mutter eines 13-jährigen Jungen, der an unheilbarer Muskeldystrophie leidet.

Wie wurde aus der Hausfrau und Mutter Stefanie Issner eine Hospizhelferin? "Ich hatte meine Großmutter mit gepflegt und meine Mutter nach einem Schlaganfall. Meine Tochter arbeitet in der Körperbehinderten-Schule Am Marsbruch." Eigene Erfahrungen also ließen in ihr den Wunsch reifen, anderen zu helfen. Indem sie das dreijährige, schwerst kranke Mädchen regelmäßig spazieren fährt, entlastet sie seine Mutter, die sich völlig aufreibt in der 24-Stunden-Betreuung ihrer beiden todkranken Töchter. "Sie hat dann mal Zeit für sich, kann sich entspannen." Stefanie Issner und Thorsten Hillmann sind sich sehr bewusst, dass hier noch viel Kraft gebraucht wird: "Krankheitsverläufe im Kindesalter können über Jahre gehen." Verkehrte Zukunft, wenn die Generationenfolge auf den Kopf gestellt wird. Ulrike Böhm-Heffels

Der nächste Kursus zur Hospizbegleitung beginnt Anfang 2008. Hierzu findet am 29. Oktober beim Malteser Hilfsdienst, Amalienstraße 21, ein Infoabend statt. Von 18 bis 20 Uhr. Näheres unter Tel. 86 32 909.

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