Der Ausgleich liegt im Wasser: Die Oboistin Stefanie Dietz

mlzSelbstschutz am Theater

Das Oboenspiel ist vor allem für ihre Schultern eine permanente Belastung. Seit Jahren steuert Stefanie Dietz dieser Belastung entgegen - mit Erfolg und Schwimmbrille.

Dortmund

, 22.02.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Name:

Stefanie Dietz

Beruf:

Oboistin

Sparte:

Philharmoniker

Besonders schützenswerter Körperteil:

Schultern

„Wahrscheinlich gibt es Kollegen, die ihr Leben lang Oboe spielen, ohne Probleme zu haben“, sagt Stefanie Dietz (51). „Aber ich bin relativ groß und nicht ganz gerade gewachsen, und wenn ich da nichts mache, kann ich mich wahrscheinlich irgendwann krankmelden.“

Auch 500 Gramm können schwer werden

Eine Oboe wiegt grob 500 bis 800 Gramm. Sie wird beim Spielen vom Mund aus schräg nach unten gehalten. Wird irgendwann anstrengend.

Dazu kommt die Enge im Orchestergraben. Je nach Besetzung müssen sich die Musiker dort wie Puzzleteile ineinandersetzen, da ist die optimale Körperhaltung nicht mehr möglich.

Das alles geht auf die Schultern. Manchmal so sehr, dass Dietz sich kaum noch bewegen konnte.

Krafttraining beim Balletttänzer

„Seit anderthalb Jahren mache ich Krafttraining, zweimal die Woche“, sagt Dietz. Bei einem ehemaligen Balletttänzer, der als Personal Trainer „ein Supergespür hat, wie weit er jemanden belasten kann. Das ist sehr, sehr gut.“ Beschwerden habe sie inzwischen nicht mehr.

Außerdem fährt sie Kajak, doch wegen der Probezeiten und der Aufführungen am Wochenende habe sie selten Zeit für die Vereinstermine, sagt sie.

Fische haben keine Haltungsschäden

Ihr Geheimtipp lautet: schwimmen. Seit dem Studium schwimmt sie regelmäßig, damals einmal die Woche, inzwischen geht sie drei- bis viermal, jeweils 30 bis 60 Minuten. Im Winter im Südbad, ab 1. Mai, wenn die Freibäder aufmachen, in Wellinghofen oder im Stadion.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat sie – „die hab‘ ich ganz früh abgeschlossen, direkt nachdem ich angefangen hatte. Damals habe ich ganz gute Konditionen gekriegt. Aber wenn ich die Versicherung wirklich brauchen würde, würde das finanziell auch nicht viel mehr ausmachen als ein kleines Zubrot.“

Einen extra Lippenschutz trägt sie nicht

Auch für ihr Instrument, die Oboe, ist die Gesundheit ihrer Lippen essenziell. Trotzdem trägt sie nur einen normalen Fahrradhelm, der ihre Mundpartie nicht schützt. Vielleicht kommt da der oft beschriebene Aberglaube der Theatermitarbeiter ins Spiel: „Ich denke da an Michael Schumacher, der sein Leben lang die wildesten Autorennen gefahren ist und dann beim Skifahren mit Helm auf dem Kopf so unglücklich gestürzt ist, dass er ... Ich weiß nicht, ich denke, man kann sich auch nicht gegen alles wirklich schützen.“

Der Airbag für Fahrradfahrer ist toll, aber zu klein

Den Fahrrad-Airbag dagegen hat sie sich mal genauer angeschaut. Dieser Airbag liegt wie ein Schal um den Hals, der sich im Falle eines Unfalls blitzschnell zu einer schützenden Haube um den Kopf aufbläst. „Das ist schon eine tolle Idee, finde ich“, sagt Dietz. „Aber die sind ziemlich teuer, und man darf auch nicht vergessen, sie einzuschalten, und genauso, sie auch wieder auszuschalten.“

Außerdem gebe es diese Airbags nur für kleinere Köpfe, die würden ihr nicht passen. Aber sobald es in dieser Hinsicht neue Entwicklungen gibt, würde sie sich informieren.

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