Der evangelische Elias-Kindergarten in Oespel darf sich ab sofort „Faire Kita“ nennen

mlzFaire Kita

Der Elias-Kindergarten in Oespel freut sich über eine besondere Auszeichnung: Er ist jetzt eine „Faire Kita“. Dafür haben sich Erzieherinnen, Kinder und Eltern ordentlich ins Zeug gelegt.

Oespel

, 11.07.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Familienzentrum, Kleine Forscher, Sun Pass, Zukunftsmusiker: Der Elias-Kindergarten in Oespel hat schon einige Zertifikate gesammelt. Jetzt ist ein weiteres dazugekommen: Ab sofort darf sich die Einrichtung auch „Faire Kita“ nennen. Verliehen wird das Zertifikat durch das Informationszentrum 3. Welt in Dortmund- Schüren.

Im Kopf der Kita-Leiterin war das Projekt schon eine ganze Weile, nachdem sie es vor rund sechs Jahren während einer Leitungskonferenz kennengelernt hatte. Im Sommer 2018 machten sie und ihr Team schließlich Nägel mit Köpfen: „Wir haben auf der Elternvollversammlung das Projekt vorgestellt. Das war quasi der Startschuss.“

Der evangelische Elias-Kindergarten in Oespel darf sich ab sofort „Faire Kita“ nennen

Das Bemalen von fair gehandelten Pappmaschee-Kugeln war ein Baustein für das „Faire-Kita“-Zertifikat. © Tanja Brüsecke

Überzeugungsarbeit musste Tanja Brüsecke nicht leisten - obwohl das Bemühen um eine Zertifizierung grundsätzlich mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Der Gedanke, dass sich ihre Kinder frühzeitig mit Themen wie „fairer Handel“ und „nachhaltiger Konsum“ beschäftigen, gefällt vielen Eltern. „Einige Mütter unterstützen uns sehr engagiert“, berichtet Tanja Brüsecke.

Fair gehandelter Kaffee und fair gehandelte Bananen

Für die Zertifizierung muss der Kindergarten einige Standards erfüllen. „Sowohl für die Erwachsenen als auch die Kinder sollen wir mindestens ein fair gehandeltes Produkt vorhalten“, so Brüsecke. Im Elterncafé trinken die Besucher deshalb fair gehandelten Kaffee, und die Kinder essen fair gehandelte Bananen.

Der evangelische Elias-Kindergarten in Oespel darf sich ab sofort „Faire Kita“ nennen

Auch Umwelt- und Insektenschutz wird in der Elias-Kita groß geschrieben. Es gibt dort eine Wildblumenwiese, Gemüseanbau und ein Insektenhotel. © Tanja Brüsecke

Darüber hinaus gehört mindestens einmal pro Jahr ein Fair-Trade-Projekt zum Kita-Programm. „Wir haben mit den Vorschul-Kindern Weihnachtskugeln aus Pappmaschee gestaltet.“ Die Rohlinge stammten aus Indien, wo sie unter gerechten Arbeitsbedingungen und zu angemessenen Löhnen hergestellt werden.

„So lernen die Kinder, ein Gefühl für Gerechtigkeit zu entwickeln und sich dafür einzusetzen. Dass zum Beispiel jedes Kind Recht auf einen Schulbesuch hat oder ein Vater mit seinem Lohn auch die Familie ernähren kann“, so Brüsecke.

Milch gibt es nur noch in Glasflaschen

Auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein wird schon länger großen Wert im Elias-Kindergarten gelegt: Milch gibt es nur noch in Glasflaschen und die Kinder bauen Gemüse an. „Wir haben mit ihnen einen Wildblumenwiese angelegt und ein Insektenhotel gebaut“, so Brüsecke. Die „Bewahrung der Schöpfung“ sei für eine evangelische Einrichtung ein großes Anliegen.

Der evangelische Elias-Kindergarten in Oespel darf sich ab sofort „Faire Kita“ nennen

Während des Sommerfestes konnten die Besucher in einer Färbewerkstatt Stoffe mit Naturmaterialien färben. © Tanja Brüsecke

Beim kürzlich gefeierten Sommerfest mit dem Motto „We make it fair“ galt deshalb auch Plastikverbot. „Alle haben Teller und Besteck mitgebracht“, so Brüsecke. Höhepunkt war die Verleihung des „Faire-Kita“-Zertifikats. In vier Jahren steht die Rezertifizierung an, der Titel muss quasi aufgefrischt werden. „Vorher sind aber die anderen Zertifikate dran. Jedes Jahr eins“, sagt Tanja Brüsecke.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Baustellen im Dortmunder Westen

Schulte-Heuthaus-Straße in Marten – Stadt nennt Termin für das Ende der Vollsperrung

Münsterland Zeitung Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund

Dortmunder Krankenhaus spricht offen über Patienten-Übergriffe in der Psychiatrie

Münsterland Zeitung Einzelhandel im Dortmunder Westen

Die Netto-Filiale in Lütgendortmund ist ab dem 5. Oktober geschlossen – das sind die Gründe