Das Geierabend-Ensemble will sich nicht unterkriegen lassen und trotz der Corona-Pandemie zu Jahresbeginn gute Laune verbreiten. Die Proben für das neue Programm dieses alternativen Karnevals laufen bereits. © Stephan Schütze (Archiv)
Veranstaltungsreihe

Der Karneval ist abgesagt – den Geierabend soll es aber geben

Kein Rosenmontagsumzug, keine Prunksitzungen. Die Karnevalsveranstaltungen sind bisher abgesagt. Den Geierabend soll es trotzdem geben. Das Ensemble nennt dafür mehrere Gründe.

Ein neues, Kamelle werfendes und Helau rufendes Prinzenpaar gibt es in diesem Jahr in Dortmund nicht. Der Festausschuss Dortmunder Karneval hat bereits im August alle Karnevalsveranstaltungen der Session 2020/21 abgesagt.

Auf den alternativen Karneval, der in Dortmund unter dem Namen Geierabend seit 1992 in der Karnevalszeit stattfindet, sollen die Fans jedoch Anfang des nächsten Jahres nicht verzichten müssen.

„Wir machen ja keinen Karneval, wir sind eine Keineval-Veranstaltung. Und die fünfte Jahreszeit heißt diesmal Corona statt Karneval. In dieser Zeit ist es wichtig, zusammenzustehen. Der Geierabend bringt das Lachen zurück“, sagt Daniel Djan, Castrop-Rauxeler Pressesprecher des Geierabend-Ensembles.

Geierabend-Ensemble probt bereits

„Wir proben ganz normal. Unsere Planungen laufen. Wir denken: Ein bisschen Unterhaltung ist nicht nur nötig, sondern tut allen gut“, verkündet Ensemble-Mitglied Martin Kaysh (Der Steiger) in einem Video auf Facebook.

Das über zweistündige Programm steht zum großen Teil und trägt den Titel „How much is the Pott – was kostet der Pott“. Viel verraten will Sprecher Daniel Djan nicht, sagt aber: „Corona wird nicht im Mittelpunkt stehen. Wir wollen mit unserer Unterhaltung ja gerade von diesem Thema ablenken. Kritische Stimmen zur Politik wird es aber geben und bekannte Figuren wie etwa die ‚Zwei vonne Südtribüne‘ werden auch wieder dabei sein.“

Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie sah es zu Jahresbeginn beim Geierabend auf der Zeche Zollern in Dortmund so aus.
Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie sah es zu Jahresbeginn beim Geierabend auf der Zeche Zollern in Bövinghausen so aus. Vor fast 500 Besuchern, die so dicht gedrängt auf den Bänken sitzen, wird die Satire-Show im nächsten Jahr nicht stattfinden können. Aktuell plant man mit der Hälfte der Besucher. © (A) Stephan Schütze © (A) Stephan Schütze

Die aktuell geltende Infektionsschutzverordnung ließe eine solch große Kulturveranstaltung wie den Geierabend aber gar nicht zu. „Wir hoffen einfach“, sagt Daniel Djan, „dass es ab Januar wieder möglich sein wird.“

Der Premierenabend auf der Zeche Zollern in Bövinghausen soll am 7. Januar sein. Es sollen dann 28 Aufführungsabende folgen. Um die Abgrenzung zum Karneval noch besonders zu unterstreichen, soll die letzte Veranstaltung diesmal erst am Wochenende nach Aschermittwoch stattfinden.

Geierabend-Vorverkauf noch nicht gestartet

In den vergangenen Jahren war der Geierabend mit 450 bis 500 Besuchern fast immer ausverkauft. „Im nächsten Jahr werden wir auch vor 100 bis 200 Besuchern spielen. Wir werden sehen, was möglich und vertretbar ist“, so Daniel Djan.

Die übliche Pause zur „Halbzeit“ wird es nicht geben, das Ensemble spielt das Programm in einem Rutsch durch. Überhaupt dient das Hygienekonzept, das Geierabend-Veranstalter Horst Hanke-Lindemann im Sommer bereits bei der Kabarett-Reihe „Ruhrhochdeutsch“ im Schalthaus 101 auf Phoenix-West umsetzte, als Vorbild. Dort gab es unter anderem eine großzügige Bestuhlung, eine klare Wegeführung und Frischluftzufuhr.

Karten für den Geierabend 2021 sind noch nicht erhältlich. Wann und wie der Vorverkauf stattfindet, wird noch bekanntgegeben.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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