Wie geht es mit Karstadt in Dortmund weiter? Galeria bastelt erneut an einem neuen Konzept. © Beushausen
Galeria Karstadt Kaufhof

Der Name Karstadt soll aus Dortmund verschwinden

Der Wirbel um Karstadt Kaufhof hat sich gerade etwas gelegt - da kündigt der Galeria-Konzern neue Pläne an. Bei den Beschäftigten in Dortmund schürt das prompt neue Ängste.

Gerhard Löpke schüttelt den Kopf. „Warum werden die Beschäftigten nicht vorher informiert, sondern müssen alles aus den Medien erfahren?“

Vor Kurzem hat Firmenchef Miguel Müllenbach eine neue Strategie für die insgesamt 131 Häuser von Galeria Karstadt Kaufhof ausgegeben. Seitdem prasseln auf Löpke, Betriebsratsvorsitzender des Dortmunder Hauses, erneut alle möglichen Fragen ein.

Was hat die neue Strategie für das Warenhaus am Westenhellweg zu bedeuten? Gibt es personelle Auswirkungen für die 174 Mitarbeiter? „Die Verunsicherung ist groß“, sagt Löpke. Er drängt darauf, dass die Beschäftigten in Kürze umfassend informiert werden.

Erst recht nach der Aufregung 2020, als das Dortmunder Karstadt-Haus kurzzeitig auf der Schließungsliste auftauchte. Nach zähem Hin und Her blieben Karstadt und das Karstadt-Sporthaus (inzwischen Sport-Scheck) geöffnet. Dafür erwischte es Kaufhof, der seine Türen im Oktober 2020 schließen musste. „Bei unserer Historie löst jede Veränderung neue Unsicherheit aus“, stellt Betriebsratsvorsitzender Löpke fest.

Betriebsrat: “Da kommt ein komisches Gefühl auf”

Nachdem etliche Kaufhäuser von Karstadt und Kaufhof bundesweit geschlossen worden waren, hat Konzernchef Müllenbach für die verbliebenen Geschäfte jetzt eine neue Strategie angekündigt: Dazu zählen zusätzliche Investitionen sowie die Einteilung der Häuser in die Kategorien „Weltstadthaus“, „regionaler Magnet“ und „lokales Forum“. Zudem: Der Name Karstadt soll wegfallen und ganz verschwinden. Bleiben soll nur noch die Marke „Galeria“.

Dass der Name „Karstadt“ ausradiert wird, stößt vielen Beschäftigten sauer auf.

„Ich persönlich finde das nicht gut und halte das für einen Fehler“, warnt Löpke. Er sei seit 43 Jahren im Unternehmen. „Da kommt ein komisches Gefühl auf, wenn die Marke Karstadt nach mehr als 100 Jahren einfach so wegfallen soll“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.

Dennoch rät Löpke seinen Kolleginnen und Kollegen zu Gelassenheit. Tatsächlich sieht er in der zunächst grob angekündigten Strategie wenig Neues. Neue Namen geben, die Häuser in unterschiedliche Kategorien einteilen – all das habe es bereits gegeben, sagte Löpke.

Das Dortmunder Karstadt-Haus gehöre zu den Warenhäusern, die eigentlich fix und fertig umgebaut seien. „Wir haben fast alle Etagen angefasst“, schildert Löpke. Die Fläche in der dritten Etage, zuvor an Baby-Walz vermietet, werde nun von Karstadt selbst bewirtschaftet.

Karstadt Dortmund bald ein “Weltstadthaus”?

Sollte Konzernchef mit seinem Konzept ernst machen, gehöre das Karstadt-Haus am Westenhellweg nach Größe und Umsatz in die Kategorie „Weltstadthaus“, fordert Löpke. „Das würde dann auch höherwertige Sortimente nach sich ziehen.“

Mit gemischten Gefühlen sieht Reiner Kajewski die Ankündigungen des Konzernchefs. Im Grundsatz sei es richtig, für Warenhäuser neue Konzepte zu entwickeln und dabei die regionalen Gegebenheiten zu berücksichtigen, sagt der Verdi-Sekretär, der für den Bereich Handel zuständig ist.

„Dann muss man die Konzepte und angekündigten Investitionen aber auch umsetzen“, sagt Kajewski. Pläne habe es in der Vergangenheit reichlich gegeben. „Meistens ist Karstadt aber auf halber Strecke stehen geblieben“, sagt Kajewski. Klar sei: „Wenn der Galeria-Konzern seine Warenhäuser in die Zukunft führen möchte, wird eine Namensänderung nicht reichen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.