Der Prozess um die Ermordung von Nicole-Denise Schalla wird noch Monate weitergehen

Mord vor 25 Jahren

Der Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla vor mehr als 25 Jahren kann weitergehen. Wieder einmal ist der Angeklagte Ralf H. mit einem Antrag gescheitert.

Dortmund

, 10.07.2019 / Lesedauer: 2 min
Der Prozess um die Ermordung von Nicole-Denise Schalla wird noch Monate weitergehen

Ralf H. wird nun von einem Handchirurgen untersucht. © Martin von Braunschweig

Der Angeklagte im Prozess um die Ermordung der Dortmunder Schülerin Nicole-Denise Schalla 1993 ist am Mittwoch mit seinem Antrag gescheitert, die Richter in seinem Prozess am Landgericht für befangen erklären zu lassen. Andere Landgericht-Richter lehnten den Antrag ab, den Ralf H. gestellt hatte, weil von ihm eine Blutprobe genommen werden soll, die er für überflüssig hält.

Der Prozess kann also weitergehen. Die Richter des Schwurgerichts haben einen Handchirurgen mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Da der Arzt aber zunächst Urlaub macht, werden wohl noch Wochen vergehen, ehe er den Angeklagten untersuchen kann.

Ralf H.: Habe kaum noch Kraft in den Daumen

Hintergrund ist die Behauptung von Ralf H., er habe seit den 1980er-Jahren kaum noch Kraft in den Daumen, weil er damals an den Fingern operiert worden sei. Unterlagen oder Röntgenbilder von damals gibt es jedoch nicht mehr. Zu dokumentieren ist daher wohl erst einmal nur der Zustand der Hände heute.

Ralf H. bestreitet, etwas mit dem Mord an der Schülerin aus dem Jungferntal zu tun zu haben. Er wird jedoch belastet von DNA-Spuren, die an der Leiche gesichert und ihm zugeordnet werden konnten.

Unterdessen soll sich eine Frau bei der Polizei gemeldet haben, die meint, etwas über die sexuellen Vorlieben des Angeklagten erzählen zu können. Während die Richter „keine Veranlassung sehen“, sie als Zeugin zu laden, überlegt Nebenklagevertreterin Arabella Pooth, einen Antrag zu stellen.

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