Der schwarzgelbe Talk mit Kehl, de Beer und Reidegeld

"Der BVB ist Heimat"

Natürlich ging es auch in der vierten Auflage von "19:09 – der schwarzgelbe Talk" am Dienstagabend im Lensing-Carrée hauptsächlich um Fußball und den BVB. Kapitän Sebastian Kehl und Torwarttrainer „Teddy" de Beer gaben launige Einblicke ins Innenleben. Hier gibt es die ganze Sendung nochmal zu sehen.

DORTMUND

08.10.2013, 22:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gäste im Lensing-Carrée (v.l.): Dr. Jochen Reidegeld, Teddy de Beer und Sebastian Kehl.

Gäste im Lensing-Carrée (v.l.): Dr. Jochen Reidegeld, Teddy de Beer und Sebastian Kehl.

130 geladene Gäste erlebten erneut einen kurzweiligen Abend. Die Moderatoren Matthias Scherff (Radio 91.2) und Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten) entlockten ihren Gästen so manche lustige Anekdote. Der Ursprung von de Beers Spitznamen „Teddy“, weiß man nun, liegt in seiner Jugendzeit, „weil mein damaliger Trainer sich die vielen Namen der neuen Spieler nicht merken konnte.“ Zu Hause, merkte er noch an, „ruft meine Frau mich aber immer Wolfgang. Nicht nur, wenn sie sauer ist.!“ Sebastian Kehl kam ohne Gehilfen und Spezialschuh und machte allen, die das schwarzgelbe Verletzungspech gerade beklagen, Hoffnung auf ein baldiges Comeback nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk. Diese Woche will er ins Lauftraining einsteigen, „danach brauche ich noch zwei, drei Wochen.“

Dass das Feuer in ihm noch brennt, daran ließ der 33-Jährige keinen Zweifel. „Ich spüre noch den Drang, mich zu beweisen“, meinte Kehl. Ein Wechsel in die USA oder gar das Karriereende sei kein Thema, im Gegenteil. „In der kommenden Saison spiele ich weiter beim BVB!“ Für Kehl („Dortmund ist meine Heimat geworden“) und de Beer, der 2016, wenn sein aktueller Vertrag ausläuft, 30 (!) Jahre im Verein sein wird, ist der Klub in den Jahren mehr geworden als ein normaler Arbeitgeber. Beide plagten sich in ihrer aktiven Karriere mit schweren Verletzungen, „in dieser Phase hat mich der Verein sehr unterstützt“, so de Beer. „Sowas vergisst man nicht, und dann muss man auch nicht woanders hin.“

Dass die soziale Komponente in einem professionell geführten Fußballverein, der ja längst auch ein Wirtschaftsunternehmen ist, nicht zu kurz kommen muss, unterstrich auch Dr. Reidegeld, der 1996 die Initiative „Roter Keil“ gegen Kinderprostitution in der „Dritten Welt“ gründete und seither mit Hilfe prominenter Paten wie Kehl, Christoph Metzelder, Roman Weidenfeller oder Florian Kringe viel bewegen konnte. „Dass sie alle nicht nur ihr prominentes Gesicht geben, sondern mit Herzblut hinter der Sache stehen, ist toll. Im BVB wird eben nicht nur Fußball mit Herz gespielt.“ Reidegelds Schilderungen seiner Augenzeugen-Erlebnisse in Sri Lanka berührten die Zuhörer. Reidegeld gelang es aber auch, schnell die Brücke zum Fußball zu schlagen. „Fußball“, meinte er, „ist gelebte Gemeinschaft. Genau wie Religion.“ Er selber, und dafür bekam der Geistliche die größten Lacher der Zuhörer, sei dazu der Beweis, dass man Jugendsünden korrigieren könne. „Ich war Bayern-Fan, aber mit zunehmender Gehirn-Masse bin ich klüger geworden.“  Dirk Krampe

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