Der Sommernachtstraum hat es auf die Bühne des Goethe-Gymnasiums geschafft

mlzPremiere der Theater-AG

Die Theater-AG am Goethe-Gymnasium hat ein halbes Jahr lang geprobt: Am Mittwoch feierte die Inszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ Premiere. Weitere Vorstellungen werden noch folgen.

Hörde

, 07.03.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sonja Götz kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Mein Herz hüpft noch, es war ein großartiger Abend“, sagt sie am Donnerstagmittag. Nur wenige Stunden zuvor, am Mittwochabend, war alles ohne Probleme verlaufen bei der Premiere des Stücks „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare.

Vor drei Jahren gab es schon mal eine kleine Inszenierung

Götz ist Lehrerin am Goethe-Gymnasium, sie unterrichtet Deutsch, katholische Religion und Latein. Und sie leitet die Theater-AG der Schule, die erst in diesem Schuljahr nach mehreren Jahren Pause wieder ins Leben gerufen worden ist.

„Vor drei Jahren hatten wir schon eine Mini-Inszenierung mit meiner damaligen siebten Klasse. Heute sind sie in der neunten Klasse“, sagt Götz. Und immer wieder kamen Fragen der Kinder und Jugendlichen, ob denn nicht mal wieder eine neue Aufführung möglich wäre. Das war sie.

Die Schüler flogen, getragen vom Applaus, noch am Tag danach

Am Mittwoch feierte die Theater-AG ihre Premiere vor gut 200 Zuschauern in der Aula des Gymnasiums. „Alle Eltern sind hinterher aufgestanden. Die Schüler flogen noch am Donnerstag quasi durch die Schule“, sagt Götz. Die Aufführung hatte an Anspruch und Überraschungen einiges zu bieten.

Gut 200 Zuschauer kamen in die Aula der Schule. Rund 30 Schüler waren an der Aufführung beteiligt.

Gut 200 Zuschauer kamen in die Aula der Schule. Rund 30 Schüler waren an der Aufführung beteiligt. © Rüdiger Barz

Rund 30 Schüler waren auf und neben der Bühne an der Inszenierung beteiligt, für die sie sechs Monate lang dienstags in der 7. und 8. Stunde geprobt haben. „Wir haben sehr viel Zeit reingesteckt“, sagt Götz. Auch am Wochenende traf sich die AG in der Schule. Für Götz kam das große Engagement ihrer Schüler nicht überraschend. „Da steckt so viel Potenzial drin.“

„Geziemt nicht unserm Pomp“ - kein einfacher Text

Kinder und Jugendliche aus den Jahrgängen fünf bis neun haben mitgemacht. Da stecken sie naturgemäß in einem Alter, in dem die meisten gerade ihre Identität finden. „Das Geheimnis ist: Wenn ein paar dabei sind, die vorangehen, ziehen sie die anderen mit.“ Und das taten sie, die Schüler zogen voll mit: „Es war eine ganz tolle Energie“, so Götz.

Shakespeares Sommernachtstraum ist wohl eines der am häufigsten inszenierten Stücke der Welt. Die Theater-AG des Goethe-Gymnasiums, das vor allem als Sportschule bekannt ist, entschied sich bei ihrer Inszenierung für die Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel. Und die ist sprachlich ziemlich anspruchsvoll: „Den Gram verweise hin zu Leichenzügen: Der bleiche Gast geziemt nicht unserm Pomp“, heißt es unter anderem. „Das hätten nicht viele von uns geschafft“, sagt Sonja Götz.

Noch zwei Auftritte folgen am Wochenende

Nicht nur der Text war eine Herausforderung. Auch die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit, Witz und Unterhaltung zu finden, gehörte dazu. Ohne zu viel verraten zu wollen: Auch musikalische Elemente kommen vor, Gesang, Geige - und ein Mathelehrer als Elfe auf der Bühne.

Die Theater-AG führt das Stück an der Stettiner Straße 12 noch zweimal auf: am 14. und 15. März (Donnerstag und Freitag) ab jeweils 19.30 Uhr. Karten kosten 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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