Der "spülende" Tarzan

DORTMUND "Die Antwort" hat Alice Schwarzer kurz und bündig ihr neues Buch genannt, dass sie jetzt bei Harenberg vorstellte.

von Von Julia Gass

, 09.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Alice Schwarzer.  Folty</p>

<p>Alice Schwarzer. Folty</p>

"Die Töchter der Frauenbewegung müssen lernen, sich einzuklagen", forderte die Feministin am Freitag im Harenberg-Haus vor einem überwiegend weiblichen Publikum ihrer Generation: "So lange Frauen sich so wenig trauen, Männer zu fordern und einzuklagen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die sich doof stellen."

"Die Töchter der Frauenbewegung müssen lernen, sich einzuklagen", forderte die Feministin am Freitag im Harenberg-Haus vor einem überwiegend weiblichen Publikum ihrer Generation: "So lange Frauen sich so wenig trauen, Männer zu fordern und einzuklagen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die sich doof stellen."

Zwolf Essays

In zwölf Essays handelt die 64-Jährige Frauenthemen ab. Meist mit provokanten Überschriften, die sie dann widerlegt: "Ich bin viel zu dick", "Pornografie ist geil", "Prostitution wird es immer geben" oder "Die Männer werden sich nie ändern".

"Einen spülenden Tarzan werden Sie wohl nicht bekommen", meint Schwarzer. "Aber Mütter sollten raus in die Welt, statt mit ihrer überschüssigen Energie, ihre Familien zu drangsalieren. Und vielleicht merken sie dann auch, dass Papa die besseren Breichen kocht", meint die Frau, die bei einem "sehr mütterlichen Großvater" aufgewachsen ist.

Männlichkeitskiste

"Wir müssen die Männer nur immer loben, wenn sie versuchen, aus ihrer Männlichkeitskiste herauszukommen", sagt die Feministin. Es sei schwierig, Kindern das Bild vom Mann, der für Kindererziehung zuständig ist zu vermitteln, wenn in Grundschulen überwiegend Lehrerinnen statt Lehrer arbeiten würden, gab eine Zuschauerin bei der Diskussion zu bedenken. Und: "In Dortmund mussten die Männer malochen, und die Frauen durften zu Hause bleiben", meinte ein männlicher Besucher.

Die schärfste Kritik übt Alice Schwarzer in ihrem Buch am Islam und dessen "offensiver Ächtung der Frauen". "Der Islam nimmt Frauen die Individualität. Man bindet sich ein Kopftuch um und ist eine gute Frau".

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