Stinkende Toiletten und veraltete Elektrik: Grundschule wartet auf 2020

mlzStortsweg

Eine Mutter bemängelt einen „eklatanten Sanierungsrückstand“ an der Grundschule in Eichlinghofen, defekte Fenster und Garderoben seien nur ein Teil des Problems.

von Marc Dominic Wernicke

Eichlinghofen

, 19.12.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Karge Klassenräume, stinkende Toiletten – In einem Brief an die Redaktion weist unsere Leserin Monika Iles aus Eichlinghofen auf „desolate Zustände“ an der dortigen Grundschule hin.

Fast 220 Kinder besuchen derzeit die Offene Ganztagsschule am Stortsweg. Doch laut Iles‘ Schilderungen gebe es bei den Räumlichkeiten einen „eklatanten Sanierungsrückstand“.

Eltern wollten einen Klassenraum selbst renovieren

„Wir sprechen von nicht funktionierenden Fenstern nebst defekten Rollläden, seit Jahren – oder Jahrzehnten? – nicht gestrichene Wände und defekte Garderoben“, zählt unsere Leserin einige Beispiele aus einem Klassenraum auf.

Diesen wollten die Eltern laut Iles im Herbst in Eigenregie sauber machen und neu streichen. „Aufgrund der bürokratischen Hürden war das bisher nicht möglich“, merkt die Mutter eines Viertklässlers in ihrem Schreiben vom 28. Oktober an.

Stinkende Toiletten und veraltete Elektrik

Doch neben den Klassenräumen beklagt sie auch andere Missstände am Gebäude der seit 1985 bestehenden Grundschule.

„Es gibt dort auch stinkende und nicht funktionierende Toiletten, blanke Betonwände in der Turnhalle und unbenutzte Duschen aus den 60er-Jahren“, schreibt Monika Iles weiter.

Stinkende Toiletten und veraltete Elektrik: Grundschule wartet auf 2020

Auch die Turnhalle neben der Schule muss laut Monika Iles saniert werden. © Marc D. Wernicke

Auch den Ansprüchen der Digitalisierung könne die Schule ihrer Meinung nach kaum gerecht werden: „Die Stromversorgung ist so veraltet, dass selbst zwei vorsintflutliche Computer nicht zeitgleich genutzt werden können, ohne dass die Sicherung ihren Geist aufgibt“, kritisiert Iles.

Das sagt die Schulleitung

Auf Nachfrage der Redaktion nimmt die Schulleiterin Christiane Groß Stellung zu den Aussagen des Briefes.

„Wir haben hier ein altes Gebäude und es gibt gewiss so einige Dinge, die daran nicht schön sind“, so Groß. Das Ausmaß der von Monika Iles beschriebenen Zustände könne sie jedoch nur in Teilen nachvollziehen.

„Wenn etwas nicht sicher ist, beheben wir es so schnell wie möglich. Allgemein ist uns der Renovierungsbedarf wohl bekannt, aber bei mehr als 160 Schulen in ganz Dortmund können sich einzelne Handwerksarbeiten immer wieder verzögern.“

Jetzt lesen

Das Schulverwaltungsamt sei laut Christiane Groß bereits aktiv geworden: „In den vergangenen Wochen wurde festgestellt, was hier renoviert werden muss und die Arbeiten sollen im neuen Jahr erfolgen“, so die Leiterin der Grundschule in Eichlinghofen.

Eine umfangreiche Sanierung ist geplant

Genauere Informationen zum Ausmaß der geplanten Arbeiten gibt die Stadtpressesprecherin Katrin Pinetzki auf Nachfrage.

„Die Toiletten in der Schule bekommen einen neuen Boden. Dies wird eine deutliche Geruchsverbesserung nach sich ziehen. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Lehrer-Toiletten erweitert werden können, da die Anzahl der Lehrkräfte gestiegen ist“, so Pinetzki.

Parallel laufe die Beschaffung einer neuen Inneneinrichtung. Außerdem solle die Elektrik der Schule modernisiert und eine Sanierung am Dach der angrenzenden Turnhalle vorgenommen werden. Ziel sei es, alle Arbeiten im Jahr 2020 anzugehen.

Eltern können mithelfen – aber erst später

Darüber hinaus liefert die Stadtsprecherin auch eine Erklärung dafür, warum es den Eltern nicht möglich gewesen sei, selbst bei der Renovierung der Klassenzimmer zu helfen.

Jetzt lesen

„Ihre Arbeit wäre möglicherweise umsonst, wenn kurze Zeit später eventuell die Wände wieder aufgemacht werden müssen, etwa um Kabel neu zu verlegen“, so Katrin Pinetzki. Grundsätzlich sei es überhaupt kein Problem, wenn Eltern sich mit engagieren und in Absprache mit der Schule und der Stadt tätig werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt