DEW21 liefert Problemkunden Strom nur gegen dicken Vorschuss

Geschäftsstrategie

Dortmunds Energieversorger DEW 21 verlangt von Stromkunden mit hohem Verbrauch und schlechter Zahlungsmoral hohe Sicherheitsleistungen, bevor die Energie fließt. Ein Vorschuss von 2500 Euro ist normal.

DORTMUND

, 16.12.2015, 03:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
DEW21 liefert Problemkunden Strom nur gegen dicken Vorschuss

680 Euro Sitzungsgeld gab es 2014 für den Posten als Aufsichtsrat beim kommunalen Energieversorger DEW21.

Im konkreten Fall geht es um eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, die am 11. September 2015 für eine Wohnung an der Mozartstraße in der Nordstadt einen Stromvertrag abgeschlossen hat.

Im Oktober stoppte DEW21 die Stromzufuhr nach nur sechs Wochen, weil die Kundin nicht einen einzigen Euro überwiesen hatte, aber in dem kurzen Zeitraum an ihrem Zähler ein Stromverbrauch für einen Gegenwert von 1000 Euro ablesbar war.

Hoch in der Kreide

"Deshalb ist sie bei uns hoch in der Kreide", sagt die Sprecherin. Zumal die junge Frau die Stromrechnungen aus einer anderen Wohnung in der Mozartstraße auch noch nicht beglichen habe – laut DEW21 „einer dieser klassischen Fälle“.

Grundsätzlich sei DEW21 bereit, mit der Kundin wieder ins Geschäft zu kommen. Dafür müsse sie die offenen Rechnungen begleichen und eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2500 Euro überweisen.

Standardverfahren für Problemhäuser

Bei so hohen Monatskosten sei das gerechtfertigt, sagte Martina Sprotte über die Position von DEW21. So verfahre der Energieversorger mit allen „Problemhäusern“, in denen Kunden nicht zahlungsfähig oder nicht zahlungswillig seien.

„Inzwischen ziehen wir die Reißleine schon bei vierstelligen Rückständen. Früher haben wir gewartet, bis fünfstellige Beträge aufgelaufen sind“, erläuterte die Sprecherin. Laut Arbeiterwohlfahrt verfügen die junge Frau und die Kinder zurzeit über keinen Stromanschluss.

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