Wegen Coronavirus: DEW21 sperrt Wasser-Zufuhr bei säumigem Kunden nicht ab

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Eigentlich hätte am Montag einem Haus in Dortmund das Wasser wegen ausstehender Schulden abgesperrt werden sollen. Wegen des Coronavirus gibt es aber eine andere Lösung.

Dortmund

, 18.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu der elementaren Sorge um die Gesundheit kommt die um das finanzielle Klarkommen. Wie sollen Menschen wirtschaftlich längerfristig Finanzeinbußen überbestehen, wenn die Branchen, in denen sie arbeiten, gerade nicht arbeiten dürfen? Neben Lebensmitteln müssen ja auch weitere laufende Posten wie Mieten und Nebenkosten bezahlt werden.

„Melden Sie sich frühzeitig“

Haus und Grund ruft dazu auf, sich bei abzeichnenden Finanzschwierigkeiten mit dem Vermieter frühzeitig in Verbindung zu setzen und gemeinsam Lösungen zu finden. Den gleichen Weg schlägt auch der Dortmunder Versorger DEW21 ein. „Melden Sie sich früh, wenn Sie absehen können, dass Sie Schwierigkeiten bekommen werden, Energie und Wasser zu bezahlen“, sagt Jana-Larissa Marx, Sprecherin der DEW21. Ihr Unternehmen habe eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Kunden und würde in der angespannten Lage ein hohes Maß an Augenmaß walten lassen.

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Marx möchte nicht sagen, wie häufig in Dortmund Anschlüsse gesperrt werden, wenn der Vermieter oder Besitzer einer Immobilie Strom und Wasser nicht zahlt. Im Monat, so Informationen unserer Redaktion, kommt es zu rund zehn solcher Androhungen im Stadtgebiet. Zu den meisten angedrohten Sperrungen, sagt Marx, komme es aber nicht, da vor einer tatsächlichen Sperrung zunächst mehrere schriftliche Mahnungen verschickt würden. Reagiert der Vertragspartner nicht, wird eine Sperrungsankündigung mit vier Wochen Vorlauf auch an die Mieter geschickt. Die können dann, zum Beispiel mit Hilfe des Mietervereins, ihre Wassergebühren unter Umgehung des Vermieters direkt an die DEW21 zahlen.

Keine Grundsatzentscheidung

Das funktioniert recht gut, aber eben nicht immer. Am Montag hätte nach Informationen unserer Redaktion einem Mehrfamilienhaus in der Nordstadt das Wasser abgestellt werden sollen, da der Vermieter mehrere Tausend Euro Rückstände bei der DEW21 hat. Zu dieser bereits terminierten Sperrung kam es nicht. „Wir haben uns mit Blick auf die Bekämpfung des Coronavirus bewusst dazu entschieden, die Sperrung auszusetzen“, so Marx. Daraus könne man aber nicht grundsätzlich ableiten, dass Sperrungen komplett ausgesetzt würden. „Das ist natürlich eine Einzelfallbetrachtung“, so Marx. Bei der, wie bereits erwähnt, das Unternehmen die angespannte aktuelle Lage im Blick habe.

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