Kein Klingeln, kein Zettel: DHL-Bote stellt Pakete vor die Haustür

mlzDeutsche Post

Eigentlich war die Nachbarschaft mit den DHL-Lieferungen immer zufrieden. Doch seit Beginn der Corona-Krise sorgt der Paketzusteller für Ärger.

Bövinghausen

, 06.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise haben die DHL-Boten in seiner Nachbarschaft immer zuerst beim Paket-Empfänger geklingelt, erzählt Hans-Joachim D. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt). Sei dieser nicht zu Hause gewesen, haben die Boten es bei den Nachbarn versucht.

„Und wenn gar keiner da war, gab es eben einen Zettel im Postkasten“, erzählt Hans-Joachim D., der in Bövinghausen wohnt. Das sei auch in der Corona-Krise trotz aller neuen Regelungen noch die gängige Praxis, erklärt ein Sprecher der Deutsche Post DHL Group.

Doch im Bereich Portmannsweg/Provinzialstraße laufe die Paketzustellung derzeit zum Ärger der Anwohner ganz anders ab, wie Hans-Joachim D. erzählt. „Die Pakete werden ohne Zettel und Klingeln einfach vor der Haustür abgestellt. Das habe ich erst bei der Nachbarin meiner Mutter, dann bei meiner Mutter selbst und bei meinen Nachbarn beobachtet.“

Pakete gelten als „persönlich zugestellt“

Dass die Zustellung in Zeiten der Corona-Krise kontaktlos ablaufen müsse, sei verständlich. Warum die Pakete jedoch nicht zumindest im Hausflur der Mehrfamilienhäuser abgestellt werden, könne er nicht verstehen, so Hans-Joachim D..

Abgesehen von der Sorge, dass die Pakete gestohlen oder beschädigt werden, sei es ärgerlich, dass sie laut Sendungsverfolgung als „persönlich zugestellt“ gelten. „Da muss man dann im Notfall erstmal beweisen, dass das Paket verschwunden oder kaputt ist, weil es vor der Haustür stand und eben nicht persönlich zugestellt wurde.“

Auf Anfrage kann die Deutsche Post DHL Group nichts Genaues zu den geschilderten Sendungen sagen. Der Bereich sei nicht als problematisch bekannt.

„Auch bei der kontaktlosen Zustellung ist ein ‚Abstellen‘ ohne Übergabe nicht erlaubt“, betont jedoch ein Sprecher. Die DHL-Boten müssen sich lediglich an die Regelungen auf Grundlage der Vorgabe des Robert-Koch-Instituts halten.

Diese Regeln gelten für DHL-Boten

Dazu gehöre beispielsweise die Aufteilung der Boten in zwei unterschiedliche Schichten, um den gegenseitigen Kontakt zu minimieren. Zudem stelle die Deutsche Post DHL Group Mund-Nasen-Masken für ihre Mitarbeiter zur Verfügung, für Fälle, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Darüber hinaus gilt das regelmäßige und gründliche Händewaschen als wesentliche Schutzmaßnahme. Bis auf Weiteres gebe es im Zuge der kontaktlosen Zustellung keine eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger.

„Wir weisen aber auch ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, einen sogenannten Ablagevertrag zu schließen, und empfehlen dieses Zustellverfahren für alle Haushalte in Selbstisolation oder unter Quarantäne“, sagt der DHL-Sprecher. Damit lege der Zusteller Paket-Sendungen an einem zuvor vom Kunden festgelegten Ort ab.

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