Die Corona-Krise trifft junge Arbeitnehmer und angehende Azubis

Arbeitsmarktbericht

Die Arbeitslosenzahlen steigen im Mai weiter an, die Entwicklung ist aber weniger dramatisch als noch im April. Deutlich zeigen sich jetzt die Auswirkungen der Krise auf junge Menschen.

Dortmund

, 03.06.2020, 13:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Mai vermeldet die Agentur für Arbeit erneut einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Dortmund.

Für Mai vermeldet die Agentur für Arbeit erneut einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Dortmund. © Archiv

Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren in allen Bereichen des Dortmunder Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenzahlen sind auch im Mai weiterhin gestiegen, auf insgesamt 37.182 Personen in Dortmund.

Im Vergleich zum April liegt die Zahl der Arbeitslosen nun um 4.9 Prozent (1732 Personen) höher, im Vergleich zum Mai 2019 sogar um 16,7 Prozent (5318 Personen). Ähnlich hoch waren die Zahlen für Mai zuletzt im Jahr 2015.

Im April war der Anstieg noch höher

Sebastian Unkhoff, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund, hält dabei die anhaltend stark zurückgehenden Abgänge in die Erwerbstätigkeit oder die Selbstständigkeit für besonders beunruhigend.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen sei aber erfreulicherweise trotzdem nicht mehr so stark wie im April, so Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters. Im Vormonat hatte es einen Anstieg von 8,4 Prozent gegeben.

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Die Arbeitslosenquote ist im Mai, ebenfalls weniger stark, um 0,5 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent gestiegen. Zudem sind weniger Anzeigen von Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit eingegangen.

Die Zahl der Personen, für die Dortmunder Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben, bleibt aber auf hohem Niveau. In den Krisenmonaten März, April und Mai waren insgesamt 67.283 Dortmunder in fast allen Branchen davon betroffen.

Höhere Jugendarbeitslosigkeit

Auch in einem Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit macht sich die Krise bemerkbar: 274 junge Menschen unter 25 Jahren mehr als noch im April sind nun arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem 0,6 Prozentpunkten bei nun 10,6 Prozent Jugendarbeitslosigkeit.

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Der Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken: „Aufgrund der Unsicherheit werden aktuell viele Personalentscheidungen weiter verschoben. Das gilt auch für ab dem Sommer geplante Ausbildungsaktivitäten“, erklärt Unkhoff. Er ermuntert junge Menschen aber, trotz aller Unsicherheiten die Ausbildungs- und Studienplatzsuche nicht zu verschieben und stattdessen zu versuchen, am Ball zu bleiben.

Unternehmen bittet er wiederum, weiterhin auszubilden und in den Fachkräftenachwuchs zu investieren. Viele Betriebe wollen ohnehin lediglich den Ausbildungsbeginn verschieben und grundsätzlich an der Ausbildung festhalten.

Kaum neue Angebote auf dem Stellenmarkt

Mit einer Zahl von 764 wurden der Arbeitsagentur im Mai 122 offene Arbeitsstellen mehr gemeldet als im Vormonat. Nichtsdestotrotz ist das Neuangebot auf dem Stellenmarkt verglichen mit Mai 2019 gering. Damals wurden 394 neue Stellen mehr gemeldet. Das entspricht 34 Prozent.

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Insgesamt ist das Stellenangebot um 14,5 Prozent niedriger als im April. Offene Stellen gibt es vor allem in systemrelevanten Bereichen wie dem im Lebensmittel-Einzelhandel, der Logistik und dem Gesundheits- und Sozialwesen.

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