Die Emschergenossenschaft lädt zum Weinanbau in Barop ein - es wird aromatisch und rot

mlzMitmach-Weinberg

Ein Weinberg steht seit Mai 2018 nahe des renaturierten Rüpingsbachs. Freiwillige pflegen die rund 300 Reben. In diesem Monat startete das Weinbau-Jahr 2019. Wir waren dabei.

Barop

, 18.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind zum ersten Mal auf einem Weinberg und sind sehr gespannt“, sagt Sami Dennis, der zusammen mit seiner Ehefrau Antje, zum ersten Mal auf einem Weinberg ist. Die Neugier hat die beiden in die Nähe des renaturierten Rüpingsbachs in Barop verschlagen, so wie die anderen etwa 15 Teilnehmer auch, die dem Ruf der Emschergenossenschaft und der Stadt Dortmund zu einem Weinanbau-Workshop gefolgt sind. Das Ehepaar Dennis trinkt gelegentlich mal einen Wein - aber wie das Getränk in die Flasche kommt, ist Neuland für sie.

Bis zur Ernte der Trauben bedarf es einiger Arbeitsschritte. Im Laufe des Jahres werden die Teilnehmer des Mitmach-Weinbergs von Anfang an dabei sein. Im ersten Workshop steht das Thema Rebschnitt auf dem Programm. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten, weil der Schnitt über den Aufbau, den Wuchs, die Vitalität und die Langlebigkeit der Reben und somit des Weinbergs entscheidet. Bevor es an die Arbeit geht, erhalten die Helfer von der Winzerin Tina Krachten nützliche Tipps für den Rebschnitt. Sie kommt ursprünglich aus dem größten deutschen Weinanbaugebiet Rheinhessen und wohnt aktuell in Essen.

Für den Rebschnitt ist eine gut geschärfte Schere wichtig

„Das richtige Werkzeug, eine Rebschere, ist natürlich Voraussetzung für ein gutes Arbeitsergebnis. Wichtig ist hierbei eine saubere Schnittfläche, um den Rebstock nicht unnötig zu verletzen. Dafür muss die Schere gut geschärft sein, damit das Holz nicht quetscht“, so Krachten. „Außerdem sollte der Schnitt etwa einen Zentimeter von den Knospen wegbleiben“, sagt die Winzerin.

Die Teilnehmer befolgen ihre Anweisungen und schneiden sorgfältig an den Reben. Die erste nennenswerte Ernte soll in zwei bis drei Jahren folgen. Nach 30 Jahren wird der Weinberg ausgerissen und neugepflanzt. Dann werden die Pflanzen häufig krank. Das sei bei vielen Kulturpflanzen so, sagt die Winzerin. Erfahrungsgemäß ist die Ernte in den ersten Jahren aufgrund der geringen Menge eher süß und aromatisch. In Barop soll aus den Trauben Rotwein werden.

Den ersten vollen Ertrag des Weinbergs erwartet die Winzerin zwischen 2022 und 2023. Je nach Witterungsbedingungen geht sie von 250 bis 300 Liter aus.

Auch in Großbritannien wird Wein angebaut

„Ob es am Ende ein guter oder schlechter Wein wird, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab. Allgemein sind geringe Niederschläge und höhere Temperaturen für den Weinanbau von Vorteil“, so die Winzerin. Wie sie erklärt, hat sich der Weinanbau - bedingt durch den Klimawandel - in den vergangenen Jahren nach Norden verschoben. Selbst in Großbritannien werde mittlerweile Wein angebaut.

Das Ehepaar Dennis ist zum ersten mal auf einem Weinberg und schon mit einer Rebschere ausgestattet. Beide sind mit Spaß bei der Sache.

Das Ehepaar Dennis ist zum ersten mal auf einem Weinberg und schon mit einer Rebschere ausgestattet. Beide sind mit Spaß bei der Sache. © Rezek

Die Lage des Weinbergs nahe des Rüpingsbachs sei besonders gut geeignet, weil es sich um eine sogenannte Sonnenfalle handelt, sagt Tina Krachten. Was dazu führe, dass die Sonne besonders gut gespeichert werde.

Weinberg am Phoenix See ist der Vorreiter

Der Weinberg in Barop ist nicht der einzige in Dortmund. Seit 2012 baut die Emschergenossenschaft im Dortmunder Stadtteil Hörde Wein an. Mit 96 Rebstöcken der Sorte Phoenix ist der Projektweinberg am Phoenix-See der kleine Vorreiter des Weinbergs nahe des Rüpingsbachs.

Weitere Termine und Informationen

Weitere Mitmach-Termine für das Weinanbau-Jahr in Barop sind am 5.4., 3.5., 7.6., 20.6., 5.7., 23.8., 27.9. und der letzte geplante in diesem Jahr ist am 8.11. Auf dem Programm steht unter anderem die Begrünung. Außerdem werden noch Pflanzen ausgesät, um die Biodiversität im Weinberg zu fördern, und nicht zuletzt werden Laubarbeiten vorgenommen.

Weitere Informationen und Termine können bei der Projektleiterin Sonja Heldt (0201-1042521; heldt.sonja@eglv.de) oder der Winzerin Tina Krachten (0175/5434669; tina.krachten@gmx.de) erfragt werden.

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