"Die Energiepreise findet keiner spaßig"

von Von Gaby Kolle und Oliver Volmerich

, 30.07.2008, 20:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Frank Hengstenberg: ?Ich bin als Idealist in die Politik eingetreten und bin das bis heute geblieben.?

Frank Hengstenberg: ?Ich bin als Idealist in die Politik eingetreten und bin das bis heute geblieben.?

Thema Arbeitsplätze.Hengstenberg: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze befindet sich in Dortmund im Sturzflug. Diese Arbeitsplätze bekommt man nur, wenn man die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft. Wir als CDU wollen die Ausweitung neuer Gewerbe- und Industriegebiete in Dortmund. Groppenbruch, interkommunal mit Lünen, und Buddenacker müssen entwickelt werden, und auch die Flächen nördlich des Flughafens sind auf diesen Zweck hin zu prüfen. Im Hafen gibt es ebenso Möglichkeiten, Flächen zu schaffen. Wir müssen alles dafür tun, damit sich Unternehmer in Dortmund wohlfühlen; denn die schaffen die Arbeitsplätze. Ich will nicht, dass ein Dortmunder Unternehmen aus der Stadt weg geht.

Stichwort Sozialticket. Es soll teurer als die bisherigen 15 werden.Hengstenberg: Wir haben im Aufsichtsrat der Stadtwerke zur Kenntnis genommen, wie sich das entwickelt. Das war klar, dass das in die Millionen geht. Typisch Rot-Grün: Bestellen aber nicht bezahlen. Jetzt bittet DSW21-Chef Pehlke die Stadt um Überweisung des Betrags. Dadurch wird Politik ehrlicher.

Was halten Sie überhaupt von Sozialticket oder Sozialstromtarif?Hengstenberg: Es wird nicht funktionieren, dass wir ständig einer Gruppe in der Gesellschaft das Geld überweisen, das andere verdienen. Ich will, dass die Bäckereifachverkäuferin weiter einen Sinn darin sieht, arbeiten zu gehen und ein gutes Gefühl dabei hat.

Das verliert sie aber spätestens bei den hohen Energiepreisen.Hengstenberg: Die Energiepreise findet keiner spaßig, aber jeder wird seinen Weg finden müssen. Ich baue hier keine soziale Hetze auf, aber die Umverteilungsmaschinerie jedenfalls wird nicht funktionieren.

Um noch mal zum Anfang zu zurückzukommen: Warum tun Sie sich eigentlich über Jahre den Stress als Fraktionsvorsitzender in der Opposition an? Und wollen es weiter tun?Hengstenberg: Ich bin als Idealist in die Politik eingetreten und bin das bis heute geblieben. Doch Opposition macht keinen Spaß. Wir werden einen knackigen und ausdrucksstarken Wahlkampf führen; denn Regieren und Gestalten macht mehr Spaß.

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