"Die Fremden" spielen Borchert

20.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Johanna Schmidt weiß, wovon sie spricht. Weiß, wen sie spielt, wenn sie als Hauptfigur Beckmann auf die Bühne tritt in dem Theaterstück "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert. Die 23-jährige Polin kennt das Gefühl, in der Gesellschaft außen vor zu bleiben. Ein Gefühl, das vom Dortmunder Migranten-Ensemble "Die Fremden" als Adaption des bekannten Nachkriegsdramas in Szene gesetzt wird. Freitag (28.9.) ist Premiere in Auerbachs Keller unterm Dortmunder "U".

Nach Schiller und Brecht spielt die 2005 von Regina Nölke gegründete Theatergruppe nun Borchert. Drei Frauen, zwei Männer aus Polen, der Türkei, dem Iran und ein Theater-Urgestein als Gast. Es ist Günther Hüttmann. Der heute 80-Jährige, der lange auf der Bühne des Dortmunder Theaters stand, sah 1947 die Uraufführung des Stücks in Hamburg. "Das ging ganz tief in die Knochen", erinnert er sich. In der Produktion des Migrantenensembles zum spielt er "den lieben Gott".

Regina Nölke hat das Stück Trümmerliteratur abgeklopft, die Nachkriegsszenen entfernt, dafür andere Borcherttexte und -gedichte hinzugefügt. "Unsere Inszenierung handelt von Migranten und ihren Zukunftsängsten." Von Menschen, die um Anerkennung und Zugehörigkeit ringen, die Arbeit suchen und Ablehnung erfahren.

"Ich kenne das alles aus meinem eigenen Leben", sagt Johanna Schmidt. Die junge Frau kann als Helferin im Bethanien-Krankenhaus arbeiten - bis Ende September. Ten

"Draußen vor der Tür", gespielt vom Migranten-Ensemble "Die Fremden" ist ein Projekt des Theaters Fletch Bizzel. Premiere (28.9.), 20.30 Uhr, mit einleitendem Konzert ab 20 Uhr, Auerbachs Keller, Rheinische Str. /Ecke Brinkhoffstraße. Weitere Termine: Sa. (29.9.), Fr (19.10.) jeweils 20.30 Uhr, So (28.10.) 19 Uhr.

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